Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, hat Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. einen Vortrag beim digitalen Lunchtalk der Fondsfrauen gehalten. Um auch der tüchtigen ukrainischen Frauen zu gedenken, trug sie Pulli und Bluse in den ukrainischen Farben.

Allmendinger ist eine der führenden deutschen Soziologinnen, promoviert an der Harvard University und seit 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Letztes Jahr wurde sie zusätzlich in den G7 Gender Equality Advisory Council (GEAC) berufen, der dafür eintritt, in den G7-Ländern die Gleichstellung von Frauen zu sichern und zu stärken.

Prof. Allmendinger forscht seit 30 Jahren dazu, wie Gleichberechtigung erreicht werden kann. Ihr aktuelles Buch „Es geht nur gemeinsam! Wie wir endlich Geschlechtergerechtigkeit erreichen“ besprechen wir auf unserer Bücher-Seite.

In ihrem Vortrag am Weltfrauentag teilt Allmendinger ihre Sicht auf die aktuellen Verhältnisse und was zu tun ist, um endlich Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen. Dabei werden ihre Thesen nicht jeder Frau und jedem Mann gemütlich vorkommen.

Die Aufzeichnung des gesamten Lunch Talks können Fondsfrauen-Mitglieder hier sehen:

Geschützter Inhalt

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Hier einige ihrer Aussagen:

  • Frauen tragen überwiegend die Last der häuslichen Aufgaben, der häuslichen Erziehung und der Care-Arbeit
  • Daher arbeiten sie weniger bezahlte Stunden als Männer.
  • Durch das berufliche Kürzertreten von Frauen reduziert sich der Lebens-Arbeitslohn von Frauen erheblich. Entsprechend auch die Renten.
  • Die kostenlose Mitversicherung von Ehegatten und das Ehegattensplitting sind alte Zöpfe, die abgeschnitten gehörten. Sie passen nicht zu den seit einiger Zeit gekürzten Unterhalts-Zeiten nach einer Scheidung.
  • Wir brauchen eine Individual-Besteuerung.
  • Die Mit-Versorgung von Ehefrauen in der Ehe bringt Frauen in eine Abhängigkeit, die wir nicht wollen.
  • Minijobs gehören abgeschafft, weil sie keine eigene soziale Absicherung nach sich ziehen.

Im Anschluss an Prof. Allmendingers Vortrag moderierte Anne Connelly die zahlreichen Chat-Fragen, die gestellt wurden.

Allmendinger rief in ihren Vortrag zu mehr Miteinander von Frauen und Männern auf: „Die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht losgelöst von kulturellen Strukturen zu betrachten. Wir müssen die Rahmenbedingungen des Miteinanders von Mann und Frau ändern. Das geht nur gemeinsam!“

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