Die Corona-Pandemie hat unser Leben ziemlich durcheinander gewirbelt und so einiges an Veränderungen auf den Weg gebracht. Sie hat unter anderem auch das Anlageverhalten von Frauen verändert, hin zu mehr Aktien-Investments. Daneben hat auch das Thema Nachhaltigkeit dazu beigetragen, selbst hartnäckige Sparbuch-Sparerinnen zu Aktienfonds-Investments zu bewegen. Das ist das Ergebnis der Studie „Frauen und Geldanlage – Für die Zukunft planen“, die J.P. Morgan Asset Management in Auftrag gegeben und im Mai 2021 veröffentlicht hat. Dazu wurden rund 4.000 Frauen in 10 europäischen Ländern zu ihrem Anlageverhalten befragt. J.P. Morgan AM wollte sehen, welche Änderungen es seit der letzten Befragung 2019 stattgefunden haben.

Die gute Nachricht ist, dass inzwischen 64 % der befragten Frauen als Anlegerinnen Erfahrungen am Kapitalmarkt haben. In Deutschland und Österreich ist der Anteil der Anlegerinnen mit 71 % sogar über alle untersuchten Länder hinweg führend. Doch obwohl die anhaltend niedrigen Zinsen bereits seit Jahren dazu beitragen, dass das Erreichen der langfristigen Finanzziele rein mit Spareinlagen in immer unerreichbarere Ferne rückt, setzen mit 79 % weiterhin zu viele Frauen auf Sparbücher und Tagesgelder. Das heißt, nicht einmal eine von fünf Frauen (18 %) investiert regelmäßig. Und selbst Anlegerinnen entscheiden sich häufiger dafür, ihre Sparanlagen aufzustocken (37 %) anstatt ihre Investments (29 %).

Frauen möchten gern regelmäßig kleine Beträge investieren
Bezeichnenderweise antwortete ein Drittel der Sparerinnen auf die Frage, was sie zu einer Kapitalmarktanlage veranlassen könnte, dass sie gern regelmäßig kleine Beträge anlegen würden. Das deutet darauf hin, dass sie nach einem Anlageprodukt suchen, das eher wie ein Sparprodukt funktioniert“, betont Pia Bradtmöller, Leiterin Marketing & PR für Deutschland und Österreich bei J.P. Morgan Asset Management. (Foto).

Doch die Wertpapieranlage hilft nicht nur dabei, das Vermögen wachsen zu lassen. Wie die Befragung herausfand, seigert Anlegen auch das finanzielle Selbstbewusstsein und sogar das Selbstwertgefühl: Dieses ist bei über einem Drittel der Frauen, die anlegen, höher als bei den Frauen, die bisher nicht investieren. „Viele Studien bestätigen einen engen Zusammenhang zwischen finanzieller Sicherheit und allgemeinem Wohlbefinden. Die Finanzplanung kann dabei eine wichtige Rolle spielen. In unserer Befragung stellten wir fest, dass über drei Viertel der Frauen, die anlegen, über eine Finanzplanung verfügen. Über die Hälfte der Frauen, die nicht investieren, haben hingegen auch keinen solchen Plan für ihre finanziellen Ziele. So überrascht es nicht, dass ein hoher Anteil der anlegenden Frauen zuversichtlicher ist, was ihre finanzielle Zukunft betrifft“, sagt Pia Bradtmöller. So scheint die Erstellung einer Finanzplanung ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kapitalmarktanlage zu sein.

Umwelt hat unter den Nachhaltigkeits-Themen Priorität
Die Befragung zeigt auch, welches Thema eine treibende Kraft sein könnte, die häufig noch fehlende Akzeptanz der Wertpapieranlage zu verstärken: So deuten die Umfrageergebnisse darauf hin, dass nachhaltiges Anlegen, das allgemein als wichtiges Mittel für positive Veränderungen angesehen wird, eine Schlüsselrolle spielen kann.

Drei Viertel der befragten Frauen (72 %) sagen, dass nachhaltiges Investieren von großer Bedeutung ist. Für 20 % ist es sogar von „extrem hoher“ Bedeutung. Unter den Frauen mit Vorkenntnissen über nachhaltige Investments sind mit 77 % mehr als drei Viertel der Meinung, dass ihre Investments etwas Gutes für die Gesellschaft bewirken. Fast die Hälfte (48 %) sieht nachhaltige Wertpapieranlagen als Zukunft des Anlegens und geht davon aus, nur noch in nachhaltige Unternehmen zu investieren.

Die Umfrage offenbart auch, welche Bereiche der Nachhaltigkeit am stärksten im Fokus stehen, wobei der Klimawandel von 65 % der befragten Frauen als wichtigste Priorität eingestuft wird. 49 % sind Menschenrechte ein wichtiges Thema, für 48 % das Thema Umweltverschmutzung – wobei Frauen aus Deutschland und Österreich dies mit 65 % überdurchschnittlich wichtig finden.

Trotz des hohen Interesses an nachhaltigen Investments fühlt sich nur ein Viertel der befragten Anlegerinnen gut über das Thema informiert. Zudem äußerte mit 49 % fast die Hälfte aller Befragten Bedenken, dass eine nachhaltige Anlagestrategie die Auswahl ihrer Investments einschränkt. „Dies deutet darauf hin, dass weitere Informationen und eine gute Beratung wichtig sind, um dem Interesse der Frauen an nachhaltigen Investitionen auch Taten folgen zu lassen“, unterstreicht Pia Bradtmöller.

Frauen in Deutschland und Österreich könnten weitere 39 Milliarden Euro investieren
Insgesamt zeigt die Studie, dass die Pandemie das Bewusstsein von Frauen für die Notwendigkeit verstärkt hat, für zukünftige Unwägbarkeiten zu planen. Als Hauptgrund für das Sparen wird entsprechend am häufigsten die „Notfallplanung“ genannt, gefolgt vom „Sparen für den Ruhestand“. Viele Befragte setzen dabei jedoch lieber auf das Sparbuch statt auf Wertpapieranlagen. Hauptgründe nicht zu investieren sind die empfundene Komplexität (65 %) und die Schwankungen (35 %) des Kapitalmarkts, was zu einem Gefühl fehlender Kontrolle führt – insbesondere im Vergleich zur Flexibilität und einfachen Verfügbarkeit von Sparbüchern und Tagesgeldkonten.

Die Befragung hat jedoch viel Potenzial bei den befragten Frauen identifiziert, in Zukunft mehr zu investieren. Einerseits will fast ein Drittel der Anlegerinnen im kommenden Jahr ihre angelegten Beträge aufstocken. Außerdem gibt es Sparerinnen, die sich eine Wertpapieranlage vorstellen könnten. Sie würden laut der Befragung knapp ein Drittel ihrer Ersparnisse investieren – vor allem, wenn sie regelmäßig kleine Beträge investieren könnten.

„Wir haben uns die durchschnittlichen Beträge angesehen, die Frauen derzeit in jedem untersuchten Land sparen und anlegen. Auf dieser Basis wurde der Betrag für Sparerinnen, die eine Geldanlage in Betracht ziehen, ermittelt, sowie der Wert für Anlegerinnen, die ihre Investments aufstocken wollen. Diese Zahlen wurden auf die Bevölkerungszahl dieser Gruppen extrapoliert, um die gesamten zukünftigen Wachstumschancen für Kapitalmarktanlagen für jedes Land zu bestimmen. Über alle zehn untersuchten Länder hinweg ergibt dies ein Investmentpotenzial von 177 Milliarden Euro und allein für Deutschland und Österreich ein Potenzial von 39 Milliarden Euro“, stellt Pia Bradtmöller fest. Dieser Betrag stellt ein interessantes Potenzial für Asset Manager und Fonds-Anbieter dar.

Damit Frauen dieses Potenzial erschließen und den Weg vom Sparen zum Anlegen gehen, ist das Verständnis wichtig, dass langfristig anzulegen gar nicht viel anders ist als zu sparen, aber über die Zeit bessere Ergebnisse liefern kann. Auch gilt es zu vermitteln, dass Wertpapieranlagen nicht das starre Korsett bedeuten, das viele befürchten. „Eine bessere Kommunikation darüber, wie sich Portfolios an sich verändernde Lebensumstände und Kapitalmarktumfelder anpassen können, ist notwendig“, meint Pia Bradtmöller. Dafür sind klare und leicht verständliche Informationen über Anlageprodukte essenziell. „Wir arbeiten schon seit Jahren mit unseren Geschäftspartnerinnen und -partnern genau daran und stellen im Rahmen unserer Kampagne ‚Vom Sparen zum Anlegen‘ und des Market-Insights-Programms einfach verständliche Informationen zur Verfügung, um die Grundlagen des langfristig erfolgreichen Anlegens zu vermitteln“, fügt Christoph Bergweiler, CEO J.P. Morgan Asset Management Europe S.à.r.l, hinzu. Er will diese Bemühungen auf Basis der aktuellen Erkenntnisse in diesem Jahr noch weiter intensivieren.

Zur Studie „Frauen und Geldanlage – Für die Zukunft planen“
Die Befragung wurde durch das Research-Haus Kantar in zehn europäischen Ländern durchgeführt. Neben Deutschland und Österreich, die gemeinsam betrachtet wurden, wurden Frauen in Großbritannien, Finnland, Frankreich, Italien, Portugal/Spanien (ebenfalls zusammengefasst), Schweden und der Schweiz befragt. Die Feldarbeit erfolgte im Januar 2021 durch Panel-Partner von Kantar mithilfe eines Online-Fragebogens zur Selbsteinschätzung. Jede Befragung dauerte 20 Minuten. Es wurden insgesamt 3.968 Interviews mit Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren durchgeführt, wobei jeweils die Hälfte der Befragten der Altersgruppe 30 bis 45 Jahre sowie der Altersgruppe 46 bis 60 Jahre zuzuordnen ist. Die Teilnehmerinnen besitzen Kapitalanlagen oder Ersparnisse und verfügen über ein persönliches Mindesteinkommen (je nach Land unterschiedlich). Darüber hinaus wurde eine ähnliche Stichprobe von Männern im Alter von 30 bis 45 Jahren befragt, die als Vergleichsmaßstab mit der jüngeren Altersgruppe dient.

Foto von Pia Bradtmöller: Joppen

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