Cherchez la femme! Auch im Asset Management!

Zum Weltfrauentag am 8. März werden allerhand gender-spezifische Informationen veröffentlicht. Ob die verpflichtende Einführung der Frauenquote ab 2016 in den Aufsichtsräten börsennotierter deutscher Firmen absichtlich oder zufällig zeitnah am Weltfrauentag verabschiedet wurde, ist nicht klar. Fest steht: Der Frauentag entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen und wird mittlerweile als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden ausgestaltet.

Gender als Diversifikationsmöglichkeit im Asset Management

Beispielsweise befragte die Standesorganisation der Investment Professionals, die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA), jüngst ihre Mitglieder zum Thema Frauen im Asset Management. Die Ergebnisse: Jeder dritte von der DVFA befragte Investment Professional (33,8 %) ist der Meinung, dass Gender als Diversifikationsmöglichkeit im Asset Management stärker Berücksichtigung finden sollte, die Umsetzung in der Praxis aber schwierig sei. Gründe hierfür liegen beispielsweise darin, dass momentan noch wenige von Frauen betreute Produkte oder geführten Unternehmen im Markt zu finden sind. Das können die Fondsfrauen bestätigen: Nach ihrer Erhebung sind nur 8 % der Fondsmanager in Deutschland weiblich, und sie wollen dabei helfen, diese Quote innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 30 % zu steigern.   Über die Hälfte der von der DVFA Befragten (60,3 %) erwartet durch eine stärkere Diversifikation im Hinblick auf männliche und weibliche Entscheidungsträger keinen signifikanten Effekt auf ein Gesamtportfolio. Eine positive Auswirkung auf das Risiko-Rendite-Profil erwarten 6,0 %. Insgesamt 61,6 % sehen die Bedeutung der Diskussion um Investmentstile und -erfolge von männlichen im Vergleich zu weiblichen Entscheidungsträgern in der Asset Management-Branche als mehr (24,5 %) oder weniger (37,1 %) wichtig an, 39,1 %der Befragten sehen keine Relevanz.

Weibliche Investoren gehen weniger Risiken ein

Ergebnisse aus der Behavioural Finance Forschung legen nahe, dass weibliche Investoren dazu neigen, risikoaverser zu sein als männliche Investoren und öfter an ihren Investmententscheidungen, auch in Zeiten von Markturbulenzen, festhalten. „Ob sich dies über einen längeren Zeitraum in einem Performance-Vorteil manifestiert, lässt sich auf Basis der aktuell noch begrenzten Datenmenge nicht statistisch signifikant belegen“ erläutert Ralf Frank, Generalsekretär der DVFA e.V. „Auf der anderen Seite ist jedoch davon auszugehen, dass ein Mangel an Vielfalt – und dies bezieht sich nicht nur auf die Gender-Thematik – für die Zukunft der Branche als Ganzes keinesfalls förderlich sein kann“ so Frank.

 


Ralf-Frank-DVFA

Ralf Frank
Generalsekretär der DVFA e.V.

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