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Blick über den Tellerrand beim Frankfurter Regionalmeeting

Kein Stuhl blieb frei bei unserem Regionalmeeting in Frankfurt am 10. Oktober, bei dem M&G International Investments unser Gastgeber war. In seiner Begrüßung übermittelte Werner Kolitsch, der für M&G das Deutschland- und Österreich-Geschäft leitet, auch herzliche Grüße der Immofrauen, die er gerade auf der Immobilien-Messe ExpoReal getroffen hatte.

Panel zur Gender-Entwicklung in Großbritannien
Fondsfrau Anne Connelly berichtete darüber, was es Neues bei den Fondsfrauen gab, und moderierte dann ein spannendes Panel darüber, wie es um die Frauen in der britischen Fondsbranche bestellt ist. Mit ihr diskutierten Dr. Karin Schambach, Partnerin bei der Personalberatung Indigo Headhunters in Frankfurt, und Ritu Vohora, Investment Director und Head of Equities Investment bei M&G (es folgt in Kürze ein Interview mit ihr).

Ritu erklärte, dass die Relation zwischen Frauen und Männern bei den Neueinstellungen in der britischen Fondsindustrie derzeit fast ausgeglichen sei, dass es aber deutlich weniger Frauen im Middle- und Top-Management gebe. Frau Dr. Schambach berichtet hingegen, dass es in Deutschland immer noch eine besondere Herausforderung ist, weibliche Kandidaten zu finden. „Die Unternehmen wollen am liebsten Top-Frauen mit einem spannenden Track-Record einstellen, aber nur wenige sind bereit, zu investieren und junge Frauen für Spitzenpositionen zu entwickeln“, so Schambach.

Diversity in UK bezieht sich nicht nur auf Gender, sondern auch auf Ethnien
Ritu berichtete darüber, dass in Großbritannien die Diversity Diskussionen nicht nur eine Gender-Diskussion sei, sondern auch eine über verschiedene Ethnien. „In London haben wir z.B. nur 4 % weibliche Fondsmanager, und nur 1 % schwarze Fondsmanager. Wir müssen die Mentalität auf allen Ebenen verändern, um hier etwas zu bewegen“, meint Ritu.

30-Prozent-Club in Großbritannien
Auch über den 30-Prozent-Club in Großbritannien, bei dem auch M&G Mitglied ist, erzählte Ritu. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von Unternehmen, die sich freiwillig zum Ziel gesetzt haben, mindestens 30 % Frauen in ihren Führungsetagen zu erreichen. Im Grunde wollten sie damit einer gesetzlichen Regelung zuvor zu kommen, was auch gelang. „Wirklicht bewegt hat sich allerdings erst etwas, als die Unternehmen über Diversity-Ziele und deren Erreichung reporten mussten. Wer nicht berichtete, wurde namentlich genannt. Erst danach tat sich wirklich etwas“, so Ritu.

Equal Pay Act von 1970 – noch immer gibt es Luft nach oben
In der Diskussion kam die Sprache auch auf den Equal Pay Act, der 1970 in Großbritannien erlassen wurde, und die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern für gleiche Arbeit gesetzlich untersagte. „Trotzdem beträgt der Gehalts-Unterschied zwischen Frauen und Männern in UK im groben Schnitt 30 %, und der Bonus-Gap sogar 66%“, erklärt Ritu. Ein großer Teil sei allerdings auf die unterschiedlichen Berufe, die unterschiedliche Annahme von Teilzeitstellen und verschiedene Erwerbs-Biografien zurückzuführen. Es handle sich dabei nur um eine Durchschnitts-Zahl über alle Gehälter.

Frau Dr. Schambach bestätigte, dass auch in Deutschland noch recht große Unterschiede bei den Boni bestünden, was u.a. daran liege, dass Frauen oft weniger forsch aufträten, wenn es um Gehalts- und Bonusfragen gehe. „Hier besteht ein großer Unterschied im Selbstvertrauen zwischen Frauen und Männern, daran müssen wir arbeiten“, rief sie unter den Frauen zu mehr Selbstvertrauen  auf. „Aber dazu bedarf es in erster Linie eines Kultur-Wandels. Damit müssen wir schon bei der Erziehung in Kindesalter anfangen“, meint Ritu.

Im Anschluss an die spannende Diskussion, die den Fondsfrauen viel Neues über die Entwicklung in Großbritannien brachte, fand der Networking-Teil in der Kameha Suite statt. Hier konnten sich die Damen noch bei Drinks und Häppchen über das Gehörte austauschen und interessante Kontakte knüpfen.

Wir danken M&G herzlich für die Gastfreundschaft!

Fotos: Anke Dembowski

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