Union Investment wurde bereits zum dritten Mal im Rahmen der vom Nachrichtenmagazin FOCUS initiierten Studie „Deutschlands beliebteste Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Auch die Verlagsgruppe Handelsblatt und die Corporate Research Foundation kürten das Unternehmen zum „Top-Arbeitgeber Deutschland“. Das macht uns neugierig. Wir Fondsfrauen wollen wissen, was Union Investment den Mitarbeitern bietet und welche Erfahrungen das Unternehmen damit gemacht hat und fragen Sonja Albers, Bereichsleiterin Konzern-Personal bei Union Investment.

FF: Union Investment hat sich explizit einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik verpflichtet. Welche Aktivitäten und Angebote haben Sie eingeführt?
Für ein Unternehmen mit rund 2.500 Mitarbeitern hat Union Investment ein überdurchschnittlich umfangreiches Angebot an familienfreundlichen Leistungen, denn wir nehmen unsere Rolle als familienfreundlicher Arbeitgeber sehr ernst. So bieten wir beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, ermöglichen mobiles Arbeiten und verfügen über ein umfangreiches Kinderbetreuungsangebot. Darüber hinaus haben wir neben dem Angebot einer Kompetenzreihe zum Thema „Pflege“ einen kostenlosen und vertraulichen Beratungsdienst eingeführt, den alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitrabeiter und deren im Haushalt lebende Angehörige nutzen können. Das so genannte Employee Assistance Program bietet Beratung, Information, Soforthilfe und aktive Unterstützung zu beruflichen und persönlichen Fragestellungen. Unsere mitarbeiterorientierte, familienbewusste und nachhaltige Personalpolitik wird auch durch die wiederholte erfolgreiche Zertifizierung gemäß „audit beruf&familie“ belegt.

FF: Was hat Ihr Unternehmen bewogen, sich einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik zu verpflichten, bzw. was versprechen Sie sich davon?
Union Investment versteht das Engagement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als wesentlichen Bestandteil einer langfristigen Personalpolitik. Mit einer familienbewussten Unternehmenskultur verbinden wir den Anspruch, unseren Mitarbeitern individuelle Lösungen zu bieten, zum Beispiel in Hinblick auf betreuungs- oder pflegebedürftige Angehörige. Mit dem Ziel, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und die Motivation und das Commitment der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern, streben wir eine bestmögliche und tragfähige Balance zwischen den Unternehmenszielen auf der einen und den Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der anderen Seite an. Nur so können wir nachhaltig auch als Unternehmen erfolgreich sein.

FF: Wie werden die Programme angenommen von den Mitarbeitern, und werden sie von Frauen und Männern gleichermaßen angenommen?
Alle unsere Angebote sind lösungsorientiert in Hinblick auf die unterschiedlichen Bedarfe unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzipiert. Die Nutzung dieser Angebote wird von uns nachgehalten, wodurch sichergestellt wird, dass diese auch bedarfsgerecht ausgerichtet sind und im Zeitablauf entsprechend angepasst werden können. Unsere Angebote werden von Frauen und Männern gleichermaßen sehr rege wahrgenommen.

FF: Welchen Effekt hatten die Aktivitäten / Angebote bisher auf Ihr Unternehmen? Gab es auch schlechte Erfahrungen – dass beispielsweise Mitarbeiter die Möglichkeiten der Flexibilität zu sehr ausgenutzt haben?
Die Resonanz ist sowohl bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch seitens der Führungskräfte durchgehend positiv, was regelmäßige Klima- und Führungskräftebefragungen bestätigen. Grundsätzlich haben wir bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht, ganz im Gegenteil: Unsere Aktivitäten haben einen spürbar positiven Einfluss auf die Mitarbeiterbindung und Motivation.

FF:  Tut Union Investment auch speziell etwas zur Förderung von Frauen?
Wir haben uns als Union Investment gemeinsam mit anderen Unternehmen der DZ Bank Gruppe explizit der Frauenförderung verpflichtet. Dabei streben wir nicht nur eine ausgeglichene Personalstruktur an, sondern möchten auch den Anteil von Frauen in Führungspositionen kontinuierlich erhöhen. Erklärtes Ziel der Unternehmensführung ist es, insbesondere Frauen, zum Beispiel in Nachwuchs- oder Potenzialförderkreisen, aktiv zu unterstützen. Zudem bieten wir im Rahmen des Seminarprogramms von Union Investment spezielle Karrieretrainings für Frauen an und unterstützen Frauennetzwerke.

FF: Wie hoch ist die Frauenquote in Ihrem Unternehmen generell, und wie hoch in den Führungsgremien?
Die Personalstruktur bei Union Investment ist mit einem Anteil an Mitarbeiterinnen von ca. 45 Prozent nahezu ausgeglichen. Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen von aktuell circa 15 Prozent kontinuierlich weiter zu erhöhen.

FF: Wie ermutigen Sie Frauen, sich auch auf anspruchsvolle Stellen zu bewerben? Oder tun das die Frauen in Ihrem Unternehmen bereits zu gleichen Teilen wie Männer?
Immer noch bewerben sich bedauerlicherweise zu wenige Frauen auf anspruchsvolle Stellen wie beispielsweise Führungspositionen. So erhalten wir bei Stellenausschreibungen in manchen Fällen keine einzige Bewerbung einer Frau, was sehr bedauerlich ist. Wir möchten vor allem intern explizit dazu ermutigen, sich auf vakante Führungspositionen zu bewerben. Hierfür wurde auch eigens ein internes Training, „Karrierestrategien für Frauen“, initiiert. Uns ist im Rahmen unserer Nachwuchs- und Potenzialförderprogramme daher auch ein möglichst hoher Frauenanteil sehr wichtig.

FF: Vielen Dank, Frau Albers, für das Interview!

Das Interview führte Anke Dembowski

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