Die Brutto-Beitragsgarantien, die der Gesetzgeber für die staatlich geförderte Riester-Rente vorschreibt, konterkarieren unter den gegenwärtigen Finanzmarktbedingungen die Ziele in der Altersvorsorge. Daher sollte diese starre Garantie durch eine flexible und individuell anpassbare Form der Absicherung ersetzt werden.

Außerdem sind die Kosten für diese Garantien wegen des Niedrigzinses seit 2009 rapide angestiegen. Der indirekte Preis, den Sparer für eine Absicherung ihrer Beiträge bezahlen, ist deutlich höher, als allgemein angenommen und beträgt häufig ein Mehrfaches der eingezahlten Beiträge. Dies zeigt eine Untersuchung der Frankfurt School of Finance & Management, in der mit einem Opportunitätskostenansatz die Höhe der Garantiekosten ermittelt wurde.

Ich bin der Meinung, dass die Sparerin oder der Sparer selbst entscheiden können sollten, ob und in welcher Höhe die Beiträge abgesichert werden sollen. Das setzt allerdings voraus, dass das Preis-Leistungsverhältnis der Garantien ausreichend transparent ist.

Eine 25-jährige Anlegerin zum Beispiel, die ab diesem Sommer 42 Jahre lang Monat für Monat 50 Euro in einen Sparvertrag mit Beitragsgarantie einzahlt, verzichtet im Vergleich zu einer Anlage ohne Garantie auf einen Vermögenszuwachs von rund 140.000 €, obwohl die Wahrscheinlichkeit für den Garantiefall weniger als vier Prozent beträgt. Das ist mehr als das Fünffache der eingezahlten Beiträge!

Im Prinzip braucht langfristige Altersvorsorge in der Ansparphase, die sich über Jahrzehnte erstreckt, wenig oder gar keine Garantien. Das zeigen auch die Erfahrungen der Vergangenheit. Die Beitragsgarantie in der Riester-Rente wurde aus falsch verstandener Fürsorgepflicht vom Gesetzgeber in die Bedingungen der Riester-Rente aufgenommen. Flexiblere Lösungen mit Wahlrechten und Optionen, die sowohl die Situation der Sparerin oder des Sparers als auch die Länge des Sparvertrages berücksichtigen, wären unter den gegebenen Bedingungen die bessere Lösung.


Klaus Morgenstern, Leiter Dienste des Deutschen Instituts fuer Altersvorsorge (DIA), vor dem Reichstag, dem Sitz des deutschen Bundestags in Berlin, (12.09.12).

Foto: DIA

Über den Autor

Klaus Morgenstern
ist Finanzjournalist und Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge

www.dia-vorsorge.de
Tel.: 030 – 201 88 583
morgenstern@dia-vorsorge.de

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