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Macht: Beim Regionaltreffen in Zürich ging es um das M-Wort!

Rund 80 Frauen folgten der Einladung der Fondsfrauen zum Regionalmeeting in Zürich am 23. März. Charlotte Bänninger, Gastgeberin des Abends und Global Head Fixed Income bei UBS Asset Management, begrüßte die Teilnehmerinnen. Sie erkannte an, dass man schon viele Schritte in die richtige Richtung gegangen sei. Beispielsweise wollte man sie damals beim Einstellungsgespräch bei der UBS beinahe nicht einstellen, weil sie eine Frau war. Heute führt sie ein Investment-Team von 30 Mitarbeitern, das zur Hälfte weiblich ist. „Teams mit mehr Diversity sind einfach effektiver. Beispielsweise kommunizieren sie besser und mehr“, erklärt Bänninger. Außerdem habe UBS Wealth Management die Initiative „UBS Unique“ ins Leben gerufen, mit der man die Services besser an weibliche Bedürfnisse anpassen will.

Anschließend berichten die drei Fondsfrauen Anne Connelly, Anke Dembowski und Manuela Fröhlich über aktuelle Aktivitäten der Fondsfrauen. Erwähnenswert sind u.a. die zahlreichen regionalen Netzwerk-Treffen, Studien zum Thema Frauen in der Fondsbranche und das Mentoring-Programm, bei dem interessierten Frauen Zugang zu erfolgreichen Karrierefrauen in der Fondsbranche erhalten und für 12 Monate begleitet werden.

Dr. Rebekka Reinhard rät Frauen, mehr zu experimentieren
Es folgte der spannende Impulsvortrag von Dr. Rebekka Reinhard, Philosophin und Spiegel-Bestsellerautorin. Zu ihren Werken gehören u.a. „Die Sinn-Diät“, „Würde Platon Prada tragen?“ und „Kleine Philosophie der Macht – nur für Frauen“. Sie erklärt, dass Frauen das Wort „Macht“ in der Regel nicht auf sich selbst bezögen. Etymologisch leite es sich aber schlicht von „machen“ ab, oder vom lateinischen „potentia“, der Wirkungskraft. „Macht heißt aber nicht, immer alles selbst zu machen, sondern ruhig auch mal die anderen etwas machen zu lassen“, rät Dr. Reinhard. Das gelte besonders für Frauen.

Die moderne Frau, die nicht nur gebildet, sondern auch kooperativ, empathisch und vieles mehr ist, sei von drei Frauenleiden befallen: a) einem übersteigerten Perfektionismus, b) dem verschwenderischen Umgang mit der eigenen Zeit und c) dem Glauben, dass andere – insbesondere Männer – besser seien. Während sich Männer mit Zeitmanagement befassten, würden sich Frauen eher mit Schuldmanagement herumschlagen. Ihrer Meinung nach sollten Frauen einmal innehalten und für 5 Minuten über folgendes nachdenken: „Wofür lebe ich?“

Frauen sollten mit Selbstverständnis auch mal das machen, was sie wirklich wollen, was ihnen guttut, nicht nur das, was man scheinbar muss. Als Mittel, um gegen die drei Frauenleiden anzugehen, empfiehlt Dr. Reinhard: „Hetzen Sie nicht länger, schreiten Sie! Nicht jede Entscheidung muss jetzt getroffen werden. Lassen Sie Gelegenheiten einfach auch mal keimen und wachsen, und ergreifen Sie sie zum geeigneten Zeitpunkt“. Dabei führe aber kein Weg am Experimentieren vorbei, und das sei nun mal verbunden mit der Möglichkeit zu scheitern. „Aber ohne Experimentieren und den Mut, auch zu scheitern, können Sie keine Macht zum Keimen bringen“.

Im Anschluss an den Vortrag moderierte Anne Connelly eine Diskussion darüber, wie Frauen mit Macht umgehen bzw. umgehen sollten. Mit ihr diskutierten Dr. Reinhard, Charlotte Bänninger, Dr. Fleur Platow und Dr. Anja Hochberg. Die drei letztgenannten formieren den Schweizer Beirat der Fondsfrauen.

Wir bedanken uns bei UBS Asset Management, dass wir bei ihnen zu Gast sein durften!