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Abgerundetes, stimmiges Programm auf dem 3. Fondsfrauen-Gipfel

Der 3. Fondsfrauen-Gipfel am 23. Januar 2018 in Mannheim war wieder ausverkauft. Rund 200 Interessierte nahmen teil, 90% waren Frauen. Offenbar interessieren sich auch Männer für die Themen, die dort besprochen werden, denn sie rücken immer weiter in den geschäftspolitischen Fokus.

Fondsfrau Anne Connelly begrüßte die Teilnehmer und verwies auf noch freie Plätze im Mentoringprogramm, das die Fondsfrauen sowohl für Anlageberaterinnen als auch für Frauen, die bei Asset Managern Karriere machen wollen, anbieten.

Gender-Themen spielen geschäftspolitisch eine immer stärkere Rolle
Dieses Jahr ging es insbesondere um Herausforderungen und Opportunitäten, die Gender-Themen für die Fondsbranche haben. Beispielsweise diskutierte ein CEO-Panel unter der Moderation von Dr. Anja Hochberg, Globale Leiterin Anlagelösungen bei der Credit Suisse AG, darüber, wie man Frauen nicht nur anheuert, sondern auch in der Branche hält, damit sie in Führungspositionen aufsteigen können. Eine Erkenntnis war nämlich, dass man weniger Probleme hat, Uni-Absolventen zu rekrutieren, dass aber die Drop-Out-Quote anschließend unter den weiblichen Mitarbeitern besonders hoch ist. Ein Weg, um dem entgegenzutreten sei es, flexiblere Arbeitsmodelle anzubieten, war eine der Erkenntnisse.

In einer weiteren Diskussionsrunde stellte Prof. Dr. Alexandra Niessen-Ruenzi von der Uni Mannheim die Ergebnisse einer Studie vor, die sie gemeinsam mit den Fondsfrauen entworfen hat. Es ging um eine Befragung unter Studierenden, bei der herauskam, dass die Finanzbranche einen denkbar schlechten Ruf unter den aktuell Studierenden als künftiger Arbeitgeber hat. Darüber, was die Gründe dafür sein könnten, und wie die Branche sich aus diesem Dilemma befreien kann, diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel unter der Moderation von Fondsfrau Anke Dembowski.

Auch heutige Telenovelas zeigen das Bild der lieben, passiven, verträumten Frau
Einen äußerst kurzweiligen Vortrag hielt Helma Sick, bekannt als Buchautorin, Brigitte-Kolumnistin und langjährige Inhaberin von „frau und geld Helma Sick Finanzdienstleistungen“. Ihre anekdotenreiche Darstellung führte von der Gleichberechtigung der Frau im alten Ägypten über das Lehrerinnen-Zölibat in Deutschland, das bis 1957 galt, bis hin in die aktuelle Zeit. Sick prangerte auch das Frauenbild der heutigen Telenovelas an, in der „es keine Frau gibt, die durch Mut, Intelligenz oder Ehrgeiz etwas bewirkt“. Vielmehr handle es sich durchweg um liebe, passive und verträumte Geschöpfe. Ihr Vortrag wurde mit Standing Ovations bedacht.

Strategiedepots erleichtern Beratern die Arbeit und bringen Kunden Mehrwert
Vor dem Fondsfrauen-Gipfel fand ein spezieller Fondsfrauen-Workshop für Finanzberaterinnen statt, den Fondsfrau Manuela Fröhlich moderierte. Barbara Rojahn, Geschäftsführerin von FrauenFinanzBeratung, stellte drei Möglichkeiten vor, wie man unter den neuen MiFiD-Regeln mit Hilfe von Strategiedepots die wachsenden Anspruche der Kunden und der Regulatorik gleichermaßen erfüllen kann. Auf dem Panel diskutierten Oliver Heller, Vorstand bei A/Ventum Family Office, Peter Nonner, Geschäftsführer der FIL Fondsbank, Hartmut Petersmann, Geschäftsführer vom Petersmann Institut für Finanzberater und Dr. Mechthild Upgang, Vorstand der Dr. Upgang AG, über die praktischen Möglichkeiten solcher Strategiedepots und deren Einschränkungen.

Herzerfrischendes von einer Herz-Chirurgin
Im wahrsten Sinne herz-erfrischend war das Gespräch, das Anne Connelly mit Herzchirurgin Dr. Dilek Gürsoy führte. Als türkisches Gastarbeiterkind erarbeitete sich Dr. Gürsoy einen Ruf als Top-Herzchirurgin Deutschlands, die als erste Frau in Europa Patienten ein Kunstherz einsetzt. „Ich werde nicht immer gelassen, obwohl ich gut bin“, war einer ihrer erfrischend ehrlichen Sätze. Sie erwähnt, dass Frauen auch mal sagen, dass sie etwas (noch) nicht können, während Männer schon mal operieren, auch wenn sie nicht ganz firm in der Sache sind. Sie gibt den Zuhörerinnen auf den Weg, nicht nur fleißig zu sein, sondern auch leidenschaftlich, in allem was sie ernsthaft tun wollen. „Wir müssen uns jeden Tag sagen, ‚ich bin gut‘“!