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CFA Institute stellt in Boston internationale Diversity-Studie vor

Den potenziellen Vorteilen des Themas Gender-Diversität auf die Investment-Performance wird unter Anlegern bisher wenig Beachtung geschenkt. Nur jeder dritte Privatanleger (30%) und institutionelle Investor (29%) glaubt, dass gemischt-geschlechtliche Investment Management-Teams bessere Rendite- bzw. Performance-Ergebnisse erzielen. Dies ist das Ergebnis einer Befragung des CFA Instituts unter 3.312 Privatanlegern und 502 institutionellen Investoren. Das CFA Institute ist ein globaler Non-Profit-Berufsverband für Investment Manager, Finanzanalysten und professionelle Anleger mit rund 138.000 Mitgliedern in 147 Ländern weltweit und ist in Deutschland durch die CFA Society Germany vertreten.

Eine ergänzende Befragung unter mehr als 5.000 Mitgliedern des Verbands deutet darauf hin, dass Frauen in der Investment-Branche noch immer unterrepräsentiert sind. Danach beträgt der Frauenanteil an CFA-Charterholdern weltweit knapp 18 %. In Deutschland hinkt man etwas hinterher – dort sind es nur 12,4 %. Die USA zeigen sich vergleichsweise fortschrittlich: Dort liegt der Anteil bei 16,4 %. Zum Vergleich: In Großbritannien liegt er bei 20,2 % und in Frankreich bei 21,6 %.

Die Ergebnisse der Studien wurden am 15. September als Teil der „Women in Investment Management“-Initiative des CFA Institute, auf der 2016 Alpha and Gender Diversity-Konferenz in Boston (USA) vorgestellt.

Mangelnde Vielfalt in der Investmentbranche
Immerhin stimmen 24 % der Privatanleger und 26 % der Profianleger zu, dass sie – wenn auch nicht unter Performance-Aspekten – eher in Unternehmen investieren würden, die Diversitätsstrategien in der Unternehmenskultur verankert haben. Das Bewusstsein für das Thema Geschlechter-Vielfalt ist in der Finanzindustrie – vor allem in den höheren Hierarchieebenen – allerdings noch wenig ausgeprägt, so das CFA Institute. Gemäß der Auswertung stellen Frauen derzeit nur 9,8 % aller CEOs in der Finanzbranche sowie lediglich 10,2 % der Chief Investment Officer und 11 % der Chief Financial Officer.

Barrieren für weibliche Mitarbeiter
Die weiteren Studienergebnisse legen nahe, dass vor allem flexiblere Arbeitszeitmodelle eine Maßnahme wären, um der Ungleichverteilung in der Finanzbranche zu begegnen.  Zwei Drittel (65,9 %) der Frauen berichten, dass sie für die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder im Haushalt hauptverantwortlich sind. Dagegen sieht sich nur etwa jeder fünfte Mann (22,4 %) in dieser Hauptverantwortung.

Paul Smith, CFA Präsident und Chief Executive Officer des CFA Institute schlägt folgende Maßnahmen vor: „Aus Sicht des CFA Institute ist die Finanzbranche gefordert, vor allem drei Dinge zu adressieren: Erstens sollten Frauen bereits in der Schul- und College-Zeit mehr Zugang zur Investmentbranche haben. Zweitens müssen die positiven Auswirkungen von Gender-Diversity auf die Anlageperformance genauer untersucht und beworben werden. Und drittens gilt es, mit flexibleren Arbeitszeitangeboten Chancen für Frauen zu schaffen, die im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen überproportional stark in die Betreuung ihrer Kinder eingebunden sind. Als mitgliederstärkster Verband der Investmentbranche wollen wir uns für diese Punkte in der Zusammenarbeit mit allen Marktteilnehmern einsetzen.“

 

Foto: Pixabay