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Britische Fondsmanagerin Gina Miller lebt mit Morddrohungen

Eine mutige Frau ist die britische Fondsmanagerin Gina Miller, denn sie steht öffentlich für ihre politischen Ziele ein. Absichtlich hat sich die tüchtige Frau, die aus Guinea stammt und in Großbritannien aufgewachsen ist, vermutlich nicht in ihre kämpferisch-berühmte Position begeben, aber nun, da es so gekommen ist, ficht sie es mutig durch. Einige ihrer Mitstreiter hingegen zogen sich aus der politischen Diskussion zurück, offenbar weil der Druck zu groß wurde.

Gina Miller hat Klage gegen den Brexit erhoben. Genau genommen hat sie Klage beim High Court in London eingereicht, um zu erreichen, dass Premierministerin Theresa May die Zustimmung des mehrheitlich EU-freundlichen Parlaments für die Austrittsverhandlungen einholen muss. Immerhin hat ihr das Gericht Recht gegeben, aber die Regierung hat Berufung eingelegt.

Mord- und Vergewaltigungs-Drohungen
Durch ihre Aktivitäten wurde sie zur Hassfigur der Brexit-Befürworter. Das geht so weit, dass sie bereits Morddrohungen erhalten hat und im Internet dazu aufgerufen wurde, sie zu vergewaltigen. Daher läßt sich Miller mittlerweile von Leibwächtern bewachen, nutzt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr und bleibt an Wochenenden vorsichtshalber mit ihrer Familie zu Hause.

Gina Miller hat mit ihrem Ehemann Alan Miller, der früher als Hedgefonds-Manager in der City of London arbeitete, die Investment-Boutique SCM Private gegründet und arbeitet in der gemeinsamen Firma als Fondsmanagerin. Die Brexit-Klage war aber nicht ihre erste Aktivität, die für Aufsehen sorgte. Sie ist auch Frontfigur der 2012 gestarteten True and Fair-Kampagne, die für mehr Gebühren-Transparenz bei Investmentfonds steht und gegen die hohen versteckten Gebühren vieler aktiver Fonds ankämpft.

Mutter von drei Kindern ist Miller auch. Wir sagen: Respekt!

Foto von Gina und Alan Miller: SCM Direct