In den letzten Jahren hat sich die Wissenschaftsgemeinde zunehmend für die Erfolge von Frauen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) geöffnet. Eine beeindruckende Persönlichkeit, die in diesem Kontext hervorsticht, ist Stephanie Wehner. Sie ist eine angesehene Quantenphysikerin und wurde am 19. September 2025 mit dem renommierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ausgezeichnet. Diese Ehrung ist nicht nur eine Würdigung ihrer Arbeit, sondern auch ein wichtiges Signal für die Sichtbarkeit und Anerkennung von Frauen in den Naturwissenschaften.
Frühe Leidenschaft für Computer
Wehner wurde 1977 in Würzburg geboren und interessierte sich schon als Kind für Computer. Vor ihrer wissenschaftlichen Laufbahn war sie als sogenannte White-Hat-Hackerin tätig – sie testete Computersysteme auf Sicherheitslücken, um deren Schutz zu verbessern. Seit vielen Jahren lebt und forscht sie in den Niederlanden.
Dort ist sie Direktorin der Europäischen Quanteninternet-Allianz und Professorin am QuTech-Institut der Technischen Universität Delft. Sie treibt den Aufbau eines europäischen Quanteninternets maßgeblich voran. Der Körber-Preis ist mit einer Million Euro dotiert; mit dem Preisgeld will Wehner neue Anwendungen für Quanten-Netzwerke erforschen.
Superschnelle Computer und abhörsichere Datenübertragung
Ihre Forschung erweitert die Grenzen unseres Verständnisses von Quantenmechanik und deren praktischen Anwendungen. Laut Körber-Stiftung hat ihr Team das weltweit erste Betriebssystem für Quantencomputer-Netzwerke entwickelt – QNodeOS. Damit können künftig Daten abhörsicher übertragen werden, und Nutzerinnen und Nutzer können in Rekordzeit gemeinsam komplexe Probleme lösen. „Damit können wir Dinge tun, die im normalen Internet unmöglich sind“, sagte Wehner.
Talent und Innovationskraft sind geschlechtsunabhängig
Die Wahl von Stephanie Wehner als Preisträgerin ist ein bedeutender Schritt in Richtung Gleichstellung. Der Körber-Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die herausragende Beiträge geleistet und innovative Ansätze verfolgt haben. Mit dieser Auszeichnung wird nicht nur ihre individuelle Leistung gewürdigt, sondern auch die Rolle von Frauen in der Forschung, die nach wie vor mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sind. Der Preis signalisiert, dass Talent und Innovationskraft unabhängig vom Geschlecht sind und die Wissenschaft von vielfältigen Perspektiven profitiert. Im Jahr 2024 wurde ebenfalls eine Frau mit dem Körber-Preis ausgezeichnet: die Hirnforscherin Erin Schuman.
Wichtige Vorbildfunktion
Solche Auszeichnungen können dazu beitragen, junge Mädchen für MINT-Fächer zu begeistern. Sichtbare und erfolgreiche Frauen in führenden Positionen schaffen starke Vorbilder. Initiativen wie Girls in Science und ähnliche Programme setzen sich dafür ein, Schülerinnen frühzeitig für Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen. Aus demselben Grund vergeben die Fondsfrauen jährlich ihre Awards – in diesem Jahr bereits zum siebten Mal. Solche Ehrungen zeigen, dass Frauen in unterschiedlichsten Bereichen erfolgreich sein und einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft leisten können.
Quantum Computing erreicht den Kapitalmarkt
Wer durch Stephanie Wehners Arbeit Interesse am noch jungen Thema Quantum Computing entwickelt hat und auch finanziell partizipieren möchte: 2025 wurden zwei Quantum-Computing-ETFs aufgelegt, die in Unternehmen investieren, die im Ökosystem des Quantencomputings tätig sind.
| Fondsname | ISIN | Auflagedatum | TER |
| VanEck Quantum Computing UCITS ETF | IE0007Y8Y157 | 21. Mai 2025 | 0,55% |
| WisdomTree Quantum Computing UCITS ETF | IE000W8WMSL2 | 27. August 2025 | 0,50% |
Fotos: Marcus Gloger / Körber-Stiftung


