Wie viel Raum lässt die Liebe für Geldthemen? Dieser Frage ging die Zinsplattform Raisin in einer aktuellen Untersuchung nach. Gefragt wurde dabei, wie Paare über Finanzen sprechen, welche Rolle das Einkommen beim Daten spielt, und wie die Menschen Schulden beim Partner bewerten. Es kommen interessante Erkenntnisse zutage!
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Das Wichtigste in Kürze
- 72% der Befragten sprechen in ihrer Partnerschaft regelmäßig über Gehälter und Finanzen
- Am häufigsten sprechen 30-39-jährige über ihre Gehälter und ihre finanzielle Situation.
- 80 % wissen vollständig über die Finanzen der Partnerin oder des Partners Bescheid.
- 55 % der Paare verfolgen konkrete gemeinsame finanzielle Ziele. 14 % geben an, keine gemeinsamen Pläne zu haben.
- Anteil gemeinsamer oder gemischter Finanzmodelle ist gestiegen, während der Anteil getrennter Finanzen sinkt.
- Höhere Vorsicht bei Schulden: Ausschlusskriterium für rund ein Fünftel. Insbesondere Frauen sind bei Schulden skeptisch.
Bald ist Mitte Februar und der Valentinstag rückt näher. Die Frage, ob es sich bei diesem Tag der Liebenden um Geschäftemacherei oder tatsächlich um einen romantischen Tag handelt, wollen wir heute nicht beleuchten. Vielmehr betrachten wir das Thema Liebe und Geld, und wie Paare über ihre Finanzen reden.
Dazu hat die Zinsplattform Raisin gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact zum 2. Mal untersucht, welche Rolle Finanzen in Partnerschaften spielen. Befragt wurden ausschließlich Menschen, die in einer festen Beziehung leben. Das Ergebnis: Paare in Deutschland wachsen finanziell enger zusammen; die Finanzen werden transparenter.
Mehr finanzielle Transparenz in Beziehungen
72% der Befragten sprechen in ihrer Partnerschaft regelmäßig über Gehälter und Finanzen – nahezu unverändert gegenüber 71% im Vorjahr. Im Umkehrschluss bedeutet das: Fast 30% sprechen selten oder nie über Finanzen!
Am häufigsten sprechen 30-39-jährige über ihre Gehälter und ihre finanzielle Situation. Das ist wenig erstaunlich, denn bei vielen ist dies die Zeit, wo sie ihre Zukunft und womöglich ein gemeinsames Eigenheim planen.

Zugenommen hat das Wissen über Schulden oder Vermögen: 80 % kennen die finanzielle Situation ihrer Partnerin oder ihres Partners vollständig, vier Prozentpunkte mehr als 2025. Für Katharina Lüth, Finanzexpertin und Vorständin bei Raisin, ist das ein gutes Zeichen: „Finanzielle Offenheit schafft Vertrauen. Nur wenn in der Beziehung Transparenz herrscht, kann man langfristig gemeinsam finanziell planen.”
Gemeinsame finanzielle Ziele bei mehr als der Hälfte
55 % der Paare verfolgen konkrete gemeinsame finanzielle Ziele – genauso viele wie im Vorjahr. Weitere 31 % haben darüber gesprochen, aber noch nichts festgelegt (2025: 29 %). Nur 14 % geben an, keine gemeinsamen Pläne zu haben (2025: 15%). Wie man als Paar seine Zukunft gestalten soll, ohne dazu auch finanziell zu planen, ist fraglich.
Weniger getrennte Konten
Bei der Organisation ihrer Finanzen machen dieses Jahr mehr Paare gemeinsame Kasse als im letzten Jahr: Nur 35 % der Befragten verwalten ihr Geld getrennt und teilen nur gemeinsame Kosten; das ist ein Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Entsprechend ist der Anteil gemeinsamer oder gemischter Finanzmodelle gestiegen.
Bei der Partnerwahl verliert das Einkommen an Bedeutung
Wer der Meinung ist, dass der Kontostand bei der Partnerwahl eine große Rolle spielt, muss nicht unbedingt Recht haben. Zumindest antwortet rund die Hälfte der Befragten, dass für sie das Einkommen bei der Partnerwahl keine Rolle spielt. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Für 35 % ist das Einkommen zwar ein Faktor, aber kein entscheidender (2025: 31 %).

Deutlich gesunken ist der Anteil derjenigen, für die das Einkommen eine zentrale Rolle spielt: Nur noch 11 % halten es für wichtig – vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
Schulden zunehmend Ausschlusskriterium
Das Sprichwort „Liebe vergeht, Schulden bestehen“ scheinen viele als persönliche Warnung zu verstehen. Während mehr Paare als im Vorjahr gemeinsame Konten führen, wächst zugleich die Vorsicht bei Schulden. 22 % der Befragten würden niemanden mit hohen Schulden daten – ein Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (19 %). Weitere 47 % machen ihre Entscheidung vom Grund der Verschuldung abhängig. Unverändert knapp ein Drittel (31 %) würde jemanden mit Schulden daten, wenn die Person darüber spricht und daran arbeitet.
Insbesondere Frauen sind bei Schulden ihres Gegenübers skeptisch. Für 28% der weiblichen Befragten sind Schulden ein Ausschlusskriterium beim Daten – gegenüber 16% der befragten Männer.

Katharina Lüth kommentiert die Studienergebnisse: „Entscheidungen als Paar haben oft langfristige finanzielle Auswirkungen. Wer beispielsweise für die Kindererziehung beruflich kürzer tritt, wird später weniger Rente bekommen. Dazu kommen unterschiedliche Einkommen, gemeinsame Ausgaben oder Verpflichtungen wie Kredite. Das lässt sich auf Dauer kaum getrennt betrachten. Umso erfreulicher ist, dass die Paare hierzulande offensichtlich finanziell enger zusammenwachsen.”
Methodik der Umfrage
Für die Studie beauftragte Raisin das Marktforschungsinstitut Innofact. Im Zeitraum vom 11. bis 13. Januar 2026 wurden 1.001 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren online befragt – alle lebten nach eigener Angabe in einer festen Beziehung. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die in Partnerschaften lebende Bevölkerung in Deutschland. Die Vergleichsdaten aus dem Vorjahr stammen aus einer ebenfalls repräsentativen Erhebung unter 1.000 Personen. Für den Vorjahresvergleich wurden die Angaben der 681 Personen ausgewertet, die damals angaben, in einer festen Beziehung zu leben.
Foto: Canva (2026)
Charts: Raisin (2025)


