Katharina Seiler (Aktienfondsmanagerin) und Julia Hilgers (Multi‑Asset‑Fondsmanagerin) haben gemeinsam mit Kathrin Mahr (Communications, Brand & CSR) bei der DWS einen Finanz-Podcast ins Leben gerufen. Wir fragen nach, was es mit dem Format auf sich hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Katharina Seiler, Julia Hilgers und Kathrin Mahr – alle von der DWS – produzieren ihren Finanz-Podcast „My Financial Voice“ seit Herbst 2025 regelmäßig einmal im Monat.
- Sie glauben, dass Finanzwissen hilft, bessere Investment-Entscheidungen zu treffen. Daher wollen sie etwas für mehr finanzielle Bildung tun.
- Ihr Ziel mit dem Podcast: Lust auf Kapitalmarkt Themen machen. So, dass man gern zuhört, versteht, worum es geht – und am Ende vielleicht auch selbst einsteigt.
- Mit ihrem eigenen Podcast-Song und der Rubrik „My Financial Buzzword“ wollen sie das Thema Finanzen nahbar und unterhaltsam gestalten.
Ihr habt einen Podcast ins Leben gerufen – wie kam es dazu?
Katharina: Kennst du das? Sobald es um Finanzen geht, schalten viele innerlich auf „Skip“? Genau da setzen wir an. Unsere Idee war: Finanzthemen so erzählen, dass man dranbleibt. Wir wollen unsere Begeisterung weitergeben. Darüber gesprochen haben wir übrigens schon vor etwa vier Jahren – aber seit Herbst 2025 produzieren wir „My Financial Voice“ jetzt regelmäßig. Manchmal brauchen Ideen einfach ein bisschen, bis sie wirklich umgesetzt werden.
Ihr seid zu dritt?
Julia: Genau. Der Podcast ist ein gemeinsames Projekt von Portfolio Management und Communications. Katharina und ich hosten den Podcast und bringen die Investment-Expertise ein. Wir ticken unterschiedlich – obwohl wir beide Fondsmanagerinnen sind – und genau das macht es spannend. Für jede Folge recherchieren wir intensiv und holen uns je nach Thema auch Kolleginnen und Kollegen als Gesprächspartner dazu. Und Kathrin hält bei allem die Fäden zusammen – redaktionell und organisatorisch.
Wie kamt Ihr auf die Idee? Und wie führt man so ein Projekt in einem Großunternehmen ein?
Kathrin: Uns war von Anfang an wichtig, einen Beitrag zur finanziellen Bildung zu leisten. Der Bedarf ist groß – nicht nur bei Frauen, aber gerade auch dort. Denn Finanzwissen hilft, bessere Investment-Entscheidungen zu treffen.
Katharina: Genau, dieser Bildungsaspekt treibt uns an. Uns war immer wichtig, dass Menschen sich weiterbilden, austauschen und vernetzen können – so, wie ihr das auch bei den Fondsfrauen lebt. Finanzbildung ist einfach ein Thema, bei dem es noch viel aufzuholen gibt. Und da wollen wir unseren Beitrag leisten.
Julia: Um unsere Idee greifbar zu machen, haben wir im Dezember 2024 spontan eine interne Pilotfolge aufgenommen – zum Thema Inflation. Ganz locker als Gespräch, erstmal für den internen Austausch. Das Feedback war richtig gut – und danach kam dann das Go. Seit Herbst 2025 gehen wir regelmäßig raus. Und inzwischen haben wir sogar unseren eigenen Podcast-Song.
3 Frauen… seid Ihr ein Female-Finance-Podcast?
Katharina: Wir sind kein klassischer Female‑Finance‑Podcast – auch wenn wir als Team nur aus Frauen bestehen. Uns geht es vor allem darum, Lust auf Kapitalmarkt‑Themen zu machen. So, dass man gern zuhört, versteht, worum es geht – und am Ende vielleicht auch selbst einsteigt.
Und genauso wichtig: Wir wollen Menschen ermutigen, darüber zu sprechen. Die eigene „Financial Voice“ zu finden – und selbstbewusster mit Geld und Investments umzugehen.
In Eurem Podcast geht es um Finanzen. Wie geht Ihr das Thema an?
Julia: Wir bleiben nüchtern – aber nahbar. Kapitalmarktthemen müssen nicht trocken sein. Zahlen, Daten und Fakten gehören dazu, klar – aber es darf auch Spaß machen.
Katharina: Wir starten jede Folge mit einem Einstieg, der zeigt: Warum ist das Thema gerade relevant? Dann gehen wir in die Grundlagen und ordnen ein. Und zum Schluss schauen wir: Was bedeutet das eigentlich für die eigene Geldanlage? Ganz neutral, ohne konkrete Produktempfehlungen.
Ihr habt doch noch was Cooles eingebaut… etwas mit einem Buzzword.
Julia: Ja, die Rubrik heißt „My Financial Buzzword“. Da erklären wir Begriffe, die viele schon mal gehört haben – bei denen aber oft trotzdem Fragezeichen bleiben.
Wir erklären sie kurz und verständlich, immer an konkreten Beispielen. In unserer KI-Folge war das zum Beispiel „Hyperscaler“.
Wie lange geht eine Episode?
Kathrin: Meistens liegen wir bei 30 bis 40 Minuten. Wenn Gäste dabei sind oder ein Thema besonders spannend ist, lassen wir uns aber bewusst mehr Zeit. Zum Beispiel mit unserer Kollegin und Asien-Expertin Lilian Haag, die frisch von einer Asien-Reise zurückkam – da haben wir dem Gespräch einfach den Raum gegeben, den es brauchte.
Ich höre gern „Alles auf Aktien“, den Börsen‑Podcast der WELT. Was macht Ihr anders?
Katharina: „Alles auf Aktien“ kenne ich natürlich auch und höre ich gern. Wir kommen aber aus einer anderen Perspektive: Wir schauen als Fondsmanagerinnen auf die Themen – und holen bewusst auch Menschen ab, die noch nicht tief drin sind.
Das heißt: Wir fangen auch mal ganz vorne an. Erst erklären wir zum Beispiel, was eine Blockchain ist – bevor wir über Krypto Assets sprechen. Und wir sprechen immer über Chancen und Risiken.
Wie ist Euer Zusammenspiel? Wie ergänzt Ihr Euch?
Julia: Ich manage Multi‑Asset‑Portfolios, Katharina ist unsere Aktien‑Expertin – und wegen ihrer Leidenschaft für Aktien nennen wir sie gern „Alles‑auf‑Aktien‑Katharina“. Wir bringen unterschiedliche Blickwinkel mit – und genau das ist unsere Stärke. Wir stecken uns gegenseitig mit unserer Neugier an. Und hoffentlich auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.
Katharina: In einer Folge hat mich Julia übrigens so von Anleihen überzeugt, dass ich danach direkt recherchiert habe. Und am nächsten Morgen habe ich in unsere Chat-Gruppe geschrieben: „Ich habe gestern meine erste Anleihe gekauft.“
Hattet Ihr jemals ein Problem, ein Thema zu finden, über das Ihr sprechen könnt?
Julia: Eher im Gegenteil. Wir haben meistens zu viele Ideen und müssen priorisieren. Kapitalmarktthemen begleiten uns ja täglich im Job. Die Frage ist immer: Was beschäftigt die Menschen gerade – und welches Hintergrundwissen hilft, das besser einzuordnen?
Katharina: Deshalb ist unsere Themenpalette auch ziemlich breit: Aktien, Anleihen, Krypto, Gold oder regionale Themen wie Asien.
Aktuell sprechen wir über Inflation, als Nächstes steht Altersvorsorge an.
Uns ist wichtig, dass man gut folgen kann. Deshalb holen wir regelmäßig Feedback ein – aus Umfragen oder aus unserem Umfeld, von Familie, Freundinnen und Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen. So sehen wir schnell, was verständlich ist und wo wir noch besser werden können. Klar ist dabei immer: Wir geben keine Anlageberatung, sondern wollen Wissen und Orientierung liefern.
Wie oft kann man Euren Podcast hören? Und was braucht man, um einen Podcast langfristig machen zu können?
Kathrin: In der Regel kommt einmal im Monat eine neue Folge. Das ist für uns ein Rhythmus, der gut machbar ist. Inzwischen haben wir eine gewisse Routine – aber manchmal wird es trotzdem knapp, weil wir den Podcast zusätzlich zu unseren eigentlichen Jobs machen.
Gerade am Anfang gab es auch mal Calls am Sonntagabend, wenn die Kinder im Bett waren und montags die Aufnahme anstand.
Was man braucht? Ganz klar: Begeisterung, Teamwork – und die Bereitschaft, immer weiter dazuzulernen.
Wie promotet Ihr Euren Podcast?
Kathrin: „My Financial Voice“ ist auf allen gängigen Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts verfügbar. Zusätzlich nutzen wir vor allem die Social-Media-Kanäle der DWS – Instagram, Facebook, LinkedIn und YouTube. Wir arbeiten viel mit Video-Snippets, also kurzen Highlights aus den Folgen. Unsere Kernzielgruppe erreichen wir vor allem über Instagram, während LinkedIn uns hilft, auch im beruflichen Umfeld sichtbar zu sein.
Was ist Euer Wunsch, in Bezug auf den Podcast?
Wir wollen weiterwachsen und uns weiterentwickeln. Wir sind noch im ersten Jahr und probieren bewusst viel aus. Perspektivisch möchten wir auch mehr externe Gäste einladen, die neue Perspektiven mitbringen.
Vielen Dank für das Gespräch. Und wir hoffen natürlich, dass Ihr auch bei den Fondsfrauen eine treue Fangemeinde findet!
Hier geht es zum Podcast „My Financial Voice“.
Foto: DWS


