Für Martine Capus ist Netzwerken das A & O. Sie ist Deputy Head of Operations Oversight bei Amundi in Luxemburg und im Board bei einigen Amundi-Fonds. Darüber hinaus engagiert sie sich als Ambassador bei den Fondsfrauen in Luxemburg und wurde im Oktober 2023 zum „Role Model of The Year“ gekürt. Sie sieht Netzwerken als Investition, von der alle involvierten Parteien profitieren. Im Interview erklärt sie, auf welche Aspekte beim Netzwerken zu achten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein starkes und tragfähiges Netzwerk ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der beruflichen Karriere.
  • Für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen muss man Zeit, Kontinuität und Engagement in das Netzwerk investieren.
  • Langfristig erntet man die Früchte, und die Investition zahlt sich aus.
  • Ein gutes Netzwerk ist ein ausgewogenes Geben und Nehmen, von dem alle Beteiligten nachhaltig profitieren.
  • Anwaltskanzleien und Big Four organisieren regelmäßig Veranstaltungen oder Trainings zu den verschiedenen regulatorischen Themen. Durch die Teilnahme kann man sich gut auf dem Laufenden halten.
  • Im Netzwerk kann man sich gut über die verschiedenen Themen austauschen und Best Practices kennenlernen und umsetzen.

Martine, als Deputy Head of Operations Oversight überwachst du die operative Abläufe bei Amundi Luxemburg. Sagst Du uns, was zu Deinen Aufgaben gehört?

Als stellvertretende Abteilungsleiterin trage ich Mitverantwortung für die fachliche und operative Führung des Teams sowie für die Sicherstellung effizienter Arbeitsanläufe. Ich unterstütze das Team bei komplexen fachlichen Fragestellungen und übernehme Verantwortung für zentrale regulatorische und operative Prozesse. Zu meinem Aufgabenbereich gehören insbesondere die Prüfung und Überwachung der Jahres- und Halbjahresberichte sowie die enge Koordination mit den Wirtschaftsprüfern der Fonds. Darüber hinaus stelle ich die Einhaltung regulatorischer und Compliance-Anforderungen sicher, unter anderem durch die Überprüfung der Vollständigkeit und Gesetzeskonformität der SFDR-Berichte sowie die kontinuierliche Überwachung der relevanten EMIR und SFTR-Vorschriften.

Unser Team verantwortet ein breit gefächertes operationelles und regulatorisches Aufgabenspektrum. Dazu zählen unter anderem das Management und die Steuerung von Dienstleisterbeziehungen sowie die Sicherstellung mit internen und externen Stakeholdern. Die Vielfalt unserer Verantwortungsbereiche erfordert ein hohes Maß an fachlicher Expertise, bereichsübergreifender Zusammenarbeit und lösungsorientiertes Handeln.

Das kann ich mir vorstellen! Für die Aufgaben musst die die gesetzlichen Regeln und Branchenstandards genau kennen. Wie hältst Du Dich hier auf dem Laufenden?

Unsere direkt zuständige Luxemburger Aufsicht, aber auch andere nationale Aufsichten, publizieren regelmäßig Änderungen von Zirkularen und anderen wichtigen Rundschreiben auf ihren Webseiten. Anwaltskanzleien und Big Four organisieren regelmäßig Veranstaltungen oder Trainings zu den verschiedenen Themen, an denen ich regelmäßig teilnehme. Darüber hinaus bin ich sehr gut vernetzt. Im Netzwerk kann man sich gut über die verschiedenen Themen austauschen und Best Practices kennenlernen und umsetzen.

Wie wichtig ist für Dich ein tragfähiges Netzwerk?

Das ist das A & O. Ein starkes und tragfähiges Netzwerk ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen muss man Zeit, Kontinuität und Engagement in das Netzwerk investieren, sowohl intern als auch extern. Langfristig erntet man die Früchte, und die Investition zahlt sich aus.

Dies gilt für beide Seiten, denn ein gutes Netzwerk basiert auf Gegenseitigkeiten: Man profitiert von den Erfahrungen und der Unterstützung anderer und man trägt gleichzeitig selbst mit Wissen, Hilfsbereitschaft und Vertrauen zum gemeinsamen Erfolg bei. Es ist ein ausgewogenes Geben und Nehmen, von dem alle Beteiligten nachhaltig profitieren.

Wie netzwerkst Du?

Seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn vor über 20 Jahren investiere ich bewusst und kontinuierlich in den Aufbau und die Pflege meines Netzwerks. Regelmäßig nehme ich an verschieden Fachveranstaltungen und Networking-Events teil, um von anderen zu lernen, neue Perspektiven zu gewinnen und mein Netzwerk gezielt weiter auszubauen. Insbesondere zu Beginn meiner Karriere gab es sehr wenige Frauen auf den Veranstaltungen; sie waren unterrepräsentiert. Umso mehr hat mich diese Erfahrung darin bestärkt, den Austausch aktiv zu suchen, zu unterstützen und ein starkes berufliches Netzwerk aufzubauen.

Wie entscheidest Du, zu welchen Events Du gehst?

Das ist ganz unterschiedlich; entweder weil mich das Thema interessiert oder weil ich eingeladen werde oder den Veranstalter unterstützen möchte.

Du wirst auf jeden Fall im Markt wahrgenommen. Nicht zuletzt deshalb wurdest Du auch von vielen als „Role Model of The Year“ nominiert. Was tust Du dafür, dass Du gesehen wirst?

Tolle Frage, da ich ein großes Netzwerk habe und dies seit über 20 Jahre pflege. Ebenfalls engagiere ich mich mit großer Leidenschaft und hohem persönlichen Einsatz und mit sehr viel Energie bei den Fondsfrauen. Dort bin ich als Ambassador Luxemburg tätig. Ich organisiere für die Fondsfrauen in Luxemburg viele Networking-Events und habe so über die Jahre ein stetig wachsendes Netzwerk aufgebaut. Ich bin bekannt für meine Diskretion und Zuverlässigkeit. Ich gehöre noch zu der Generation, wenn man sein Wort gibt, dass man dies auch hält. Und genau diese Haltung prägt meine Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, Geschäftspartnern und meinem gesamten Netzwerk.

Es mag sich oberflächlich anhören, aber auch das Outfit spielt eine Rolle bei der Sichtbarkeit in der Branche. Ich erinnere mich an tolle Fotos von unserem Gipfel, wo Du in einem grünen Kleid in der 1. Reihe sitzt. Welche Überlegungen stellst Du für Dein Outfit an, wenn Du auf Events gehst?

Ich bin ein farbenfroher Mensch und symbolisiere auch gerne Weiblichkeit, gerne auch durch auffällige Accessoires. Aber trotzdem schaue ich auf das Thema der Veranstaltung, die erwarteten Teilnehmer und passe mich auch dem Thema an, bin und bleibe dabei aber trotzdem ich selbst und authentisch.

Welche Tipps möchtest Du unseren Leserinnen für ihr „personal development“ mit auf den Weg geben?

Netzwerken ist sehr wichtig. Aufbau und Pflege eines Netzwerks kosten Zeit, sind aber eine sehr tolle und sinnvolle Investition in sich selbst. Fragen stellen; Neugier und authentisch bleiben!

Vielen Dank für diese Einsichten und die ganz persönlichen Tipps!

Foto: Toni Hofmann

Profilbild von Anke Dembowski

Anke Dembowski

Anke Dembowski ist Finanzjournalistin und Autorin verschiedener Investmentfonds- und anderer Finanzbücher. Sie ist außerdem Mit-Gründerin des Netzwerks „Fondsfrauen".

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