Fondsfrau Anke berichtet von einem Kurswechsel der besonderen Art. Sie zieht um von ihrem Haus auf das Segelschiff „Rita“. Sie beschreibt, warum sie diesen Schritt wagt. Es geht ihr um den Perspektivenwechsel, das Verlassen der Komfortzone. Sie findet die Herausforderung spannend, alles bewerkstelligen und reparieren zu können mit den begrenzten Bordmitteln, die sie auf dem Schiff eben hat.
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Das Wichtigste in Kürze
- Lang geplanter Schritt und das gute Gefühl, wenn man alles mit Bordmitteln in den Griff bekommt.
- Man gewinnt, wenn man ab und an seine Komfortzone verlässt. So lassen sich neue Perspektiven gewinnen und weitere Fähigkeiten erlernen.
- Gute Schule: Ressourcen-Management ist auf einem Schiff das A&O… aber letztlich muss man überall mit begrenzten Ressourcen haushalten.
- Ein Schiff kann von der Größe her vergleichbar mit einer Wohnung sein, hat aber mehr Technik an Bord. Und heutzutage bleibt Dank Roaming und Starlink die Kommunikation erhalten.
- 70% der Erdoberfläche ist von Meerwasser bedeckt – da kann man überall hinsegeln. Die Unbegrenztheit des Meers gibt das Gefühl der Weite.
Viele haben es schon mitbekommen: Ende Juni ziehe ich um. Nicht irgendein Umzug, sondern mein Mann und ich verkaufen unser Haus in Wasserburg am Bodensee und ziehen um auf das Segelschiff „Rita“. Für die Segel-Enthusiastinnen unter Euch: Eine Fountaine Pajot Belize 43, ein Katamaran. Von der Größe her ist sie vergleichbar mit einer 2-Zimmer-Wohnung, von der Technik her ist sie aufwendiger ausgestattet. In einer Wohnung braucht man weder Radar noch Windmesser, Echolot oder Wassermacher; auf einem Schiff schon. Dafür werden wir auf dem Schiff weder Spülmaschine noch Wäschetrockner haben – naja! Kommunikation wird weiterhin möglich sein, dank Roaming und Starlink. Ein Plätzchen in einem der beiden Boots-Rümpfe wird künftig mein Büro sein.
Ich bleibe weiterhin Fondsfrau
Mit dem Umzug ändere ich zwar meinen Standort, aber nicht meinen Standpunkt. Ich setze mich weiterhin für die Förderung und Gleichstellung von Frauen in der Finanzbranche ein und möchte durch meine Artikel, Interviews und Moderationen Frauen informieren, inspirieren und sichtbar machen. Ich freue mich sehr, weiterhin den Blog der Fondsfrauen schreiben zu dürfen! Neben den Fondsfrauen werde ich weiter als Journalistin arbeiten, mit Fokus auf Anlagestrategien in der Auszahlphase, über die meiner Meinung nach noch viel zu wenig berichtet wird.
Überall hinsegeln können
Viele fragen mich, warum ich diesen Schritt mache – ja, warum eigentlich? Zum einen ist es mein großer Traum, einmal auf eigenem Kiel die Welt zu umrunden. Mir gefällt das Gefühl, überall wo Meerwasser ist, hinzukönnen; etwa 70% der Erdoberfläche ist von Meerwasser bedeckt. Wo es uns gefällt, werfen wir den Anker; wo es nicht angenehm ist, gehen wir Anker auf und segeln weiter. Ankerplätze gibt es viel mehr als Auto-Parkplätze. Überall wo Ankern nicht verboten ist, darf man ankern; und verboten ist es zum Glück nur an relativ wenigen Stellen.
Komfortzone verlassen, neue Perspektiven gewinnen
Außerdem glaube ich fest daran, dass es gut ist, gelegentlich sein Leben tüchtig umzukrempeln, etwas ganz anderes zu machen, umzuziehen, einen neuen Job anzunehmen oder sonst irgendwas. Ich glaube, dass einem das frischen Wind gibt, neue Perspektiven eröffnet und gefühlt das Leben verlängert. Wer weiß: Vielleicht schützt es auch vor Demenz? Schließlich muss man sich neu orientieren, und das bringt hoffentlich die Synapsen auf Trapp.
Es wird ja oft gesagt, dass man seine Komfortzone verlassen soll – genau das tun wir mit diesem Umzug. Raus aus dem Trott, der einen Tag in den anderen fließen lässt, rein in einen neuen Lebensabschnitt. Ja, es ist riskant. Aber wir sind keine Hasardeure, sondern gehen diesen Schritt bewusst und geplant. Wir rennen nicht weg, sondern wir wollen hin zu etwas Neuem, wollen erfahren, wie es ist, autark auf einem Boot zu leben.
Autarkie + praktisches Ressourcen-Management
Außerdem interessiere ich mich – seit wir den Umzug aufs Schiff planen – neben Finanz- und Gender-Themen für das Thema Autarkie. Ich möchte gern testen, wie autark wir wirklich sind. Auf dem Wasser kann man nicht mal eben rechts ranfahren und den ADAC rufen. Man muss Probleme, die sicher auftreten werden, selbst lösen… mit Bordmitteln. Alles auf einem Schiff ist begrenzt – außer Horizont und Meer: Wasservorrat, Strom, Treibstoff, Proviant, die Größe der Crew und die finanziellen Mittel sowieso. Man muss damit haushalten.
Dieses Ressourcen-Management halte ich für eine große Herausforderung und stelle mir gern vor, wie klasse es sich anfühlen wird, wenn wir es schaffen, unabhängig zu sein und die Dinge selbst anzupacken. Glaubt mir: ich habe SEHR wenig Ahnung von Elektrik, aber ich muss mit dem elektrischen System an Bord auskommen und – wenn es mal ausfällt – irgendwie wieder in Gang bekommen. Das Meer ist unerbittlicher als der strengste Chef oder die kritischste Chefin: Schlechte Planung und Drüberfuddeln können fatale Auswirkungen haben. Die kleine Crew muss als Team funktionieren und sich 100-prozentig aufeinander verlassen können. Robuste Qualität allen Materials ist ein Muss, sonst kriegen Meerluft und Salzwasser alles kaputt. Eigentlich ist das wie im Geschäftsleben oder in der Familie, nur auf einem Schiff ist es krasser.
Ahoy & Anker auf
Ich sag „Ahoy & Anker auf“, und zum Fondsfrauen-Award am 20. Oktober in Frankfurt sehen wir uns wieder – es gibt ja Flugzeuge.
Ich nehme Euch gern mit auf mein Autarkie-Abenteuer, und zeige Euch, wie es funktioniert, mit Bordmitteln alles bewerkstelligen zu können, ohne auf schöne Dinge im Leben zu verzichten.
Instagram: anke_dembo
YouTube: Sailing_Rita


