Im August verkündeten Morningstar und Anne Connelly gemeinsam, dass Anne das Unternehmen nach langjähriger und erfolgreicher Tätigkeit verlassen würde. Fondsfrau Anke Dembowski spricht mit ihrer Kollegin Anne über die Beweggründe, die hinter dieser Trennung stecken, und was sie nun vorhat.

Anne, Du warst 14 Jahre lang in leitender Position bei Morningstar. Was hat Dich bewogen, das Unternehmen zu verlassen?

Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, unternehmerisch tätig zu werden. Mit der Gründung der Fondsfrauen und der großen Resonanz war mir klar, dass ich mich diesen wichtigen gender-spezifischen Themen intensiver widmen wollte.

Dass Du nun nur noch im Englischen Garten liegst, ist bei Dir schwer vorstellbar. Wir sind natürlich neugierig, was Du nun tun wirst… kannst Du schon etwas dazu sagen?

Zum einen möchte ich mich verstärkt den Fondsfrauen widmen. Wir bauen ein Mentorenprogramm auf und den Mitgliederbereich – das braucht Zeit. Zum anderen plane ich, selbst Workshops zum Thema Frauen und Führung anzubieten. Frauen und ihre Beziehung, bzw. ihre mangelnde Beziehung zu Geld interessieren mich und ich werde in diesem Bereich aktiver werden.

Hast Du Deine Karriereziele erreicht?

Meine Karriereziele habe ich in der Tat erreicht. Wobei ich sagen muss, dass ich keinen akribisch vorbereiteten Plan verfolgt habe. Ich würde mich als ein „Alphaweibchen“ bezeichnen, das einfach seinen beruflichen Gestaltungs- und Geltungsanspruch konsequent verfolgt hat und auch dazu steht. Für mich stand nie das reine Geldverdienen und Karrieremachen im Vordergrund. Wichtig war und ist mir, etwas Positives zu bewegen und den Weltverbesserer in mir zu leben. Für meine Leistung und meinen Einsatz entsprechend bezahlt zu werden, finde ich nur konsequent und selbstverständlich.

Du bist nicht die einzige Frau, die in unserer Branche im mittleren Alter eine gute Position aufgibt und etwas ganz anderes anfängt… ist das Deiner Meinung nach ein besonderes Frauenthema?

Zunächst einmal sollte ich festhalten, dass ich im besten Alter bin… Etwas ganz anderes tue ich nicht, sondern wende lediglich meine Fähigkeiten auf eine andere Weise an. Ich habe langjährige Business Development Erfahrung, Führungskompetenz und fachliches Knowhow, das ich nun nutzen möchte ohne die Einschränkungen, die ein großes Unternehmen oft mit sich bringt.

Aus meiner Beobachtung sind wir Frauen konsequenter in unseren Lebensentscheidungen und haben einen starken Hang zur authentischen Lebensweise. Daher treffen Frauen eher Berufsentscheidungen, die als Selbstverwirklichung wirken mögen und sie betrachten die traditionellen Statusmerkmale einer Karriere, inklusive finanzieller Anreize, nicht als das einzige wahre Ziel. Als Fondsfrau halte ich es für wichtig, dass man sich genau überlegt, wie das künftige Einkommen zu bestreiten ist und nicht irgendwelchen Fantasien nachjagt. Sonst wird der vermeintliche Selbstfindungstrip zum Horrortrip.

Danke, für das Interview, Anne!

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