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Gutes Beispiel: Mannheimer FrauenNachtTaxi

Der Weg nach Hause mit der letzten S-Bahn? Viele Frauen fühlen sich nachts alleine nicht sicher. Das schränkt nicht nur die Lebensfreude der Frauen ein, weil sie vielleicht abends weniger weggehen, sondern Angst ist einfach ein ungutes Gefühl.

Die Stadt Mannheim bietet seit September 2019 eine Lösung, die zeigt, wie Frauen mit überschaubaren Mitteln geholfen werden kann: Das Mannheimer FrauenNachtTaxi. Womöglich ist dies eine gute Anregung für alle Gemeinde- und Stadträte, die zum Weltfrauentag am 8. März überlegen, was sie Frauen Gutes tun können.

Niederschwellige Nutzungsmöglichkeit
Das Mannheimer FrauenNachtTaxi fährt von 22:00 bis 06:00 Uhr und kann per Telefon bestellt oder auf der Straße herangewunken werden. Die teilnehmenden Taxen sind durch Aufkleber „Ich bin ein FrauenNachtTaxi“ an den Türen erkennbar. Die Fahrt wird über Taxameter abgerechnet und von den Nutzerinnen wird nur der angezeigte Fahrpreis abzüglich 7 € kassiert. Das hilft vielen Frauen, sich eher für ein Taxi als die S-Bahn zu entscheiden oder gar zu Fuß allein durch die Nacht nach Hause zu laufen. Die Bedingungen für das FrauenNachtTaxi sind niederschwellig:

  • Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die ohne männliche Begleitung über 14 Jahre unterwegs sind
  • Fahrtantritt zwischen 22:00 und 06:00 Uhr
  • Die Taxifahrt wird im Mannheimer Stadtgebiet angetreten, der Zielort ist beliebig.

Bei der Bestellung muss ausdrücklich ein FrauenNachtTaxi angefordert werden. Die Fahrer können sowohl männlich als auch weiblich sein. Sie sind allerdings vertraglich verpflichtet, vorab an einer von den Taxiunternehmen in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten konzipierten Schulung teilzunehmen. Dabei werden nicht nur Hintergründe und Eckpunkte des Konzeptes vorgestellt, sondern auch Verhaltensrichtlinien vorgegeben.

Initiative kommt bei den Frauen gut an
Die Stadt Mannheim finanziert das FrauenNachtTaxi 2019 und 2020 mit jeweils 25.000 €, so dass in diesen beiden Jahren jeweils über 3.500 Taxifahrten unterstützt werden können. 3.500 Mal weniger Angst – klasse!

Bei den Frauen findet das FrauenNachtTaxi übrigens hervorragenden Anklang: Allein von der Einführung am 1. September 2019 bis Mitte November 2019 wurden 4971 Fahrten durchgeführt – die Stadt legt daraufhin nochmal einen Betrag nach, damit die Fahrten weiterhin gesichert sind.

Offenbar war die Stadt München von der Idee angetan und hat im März 2020 ebenfalls ein Frauen-Nachttaxi eingeführt. Ganz neu ist das Konzept von Frauen-Nachttaxis übrigens nicht: In Heidelberg steht es Frauen und Mädchen bereits seit 1992 zur Verfügung.

Die Stadt Mannheim erklärt auf ihrer Website, sie leiste „damit einen Beitrag, Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen und kommt damit ihrer im Grundgesetz verankerten Pflicht nach, auf die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bereichen hinzuwirken und bestehende Nachteile zu beseitigen.“

 

Foto: Stadt Mannheim

 

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