Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist im Jahr 2025 um 6,3 % (nahezu 600 Mrd. Euro) auf zehn Billionen Euro angestiegen. 290 Milliarden Euro davon sind auf Aktienkursgewinne zurückzuführen, nur 25 Mrd. Euro auf Zinseinnahmen und der überwiegende Rest auf die relativ hohe Sparquote von 10,4%. Dies sind die Resultate einer Untersuchung von DZ Bank Research.
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Das Wichtigste in Kürze
- Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist 2025 um 6,3 % (das sind nahezu 600 Mrd. Euro) auf zehn Billionen Euro angestiegen.
- DZ Bank Research untersucht, wie sich das Geldvermögens-Wachstum zusammensetzt.
- Ein wesentlicher Wachstumstreiber des Anstiegs war die außerordentlich positive Entwicklung der großen Aktienbörsen. 2025 war das dritte Kalenderjahr in Folge mit kräftigen Kurssteigerungen.
- Des Deutschen liebstes Spar-Vehikel sind weiterhin Einlagen & Bargeld. Darin liegen 35,7 % des Geldvermögens. Die Zinseinnahmen im Jahr 2025 betrugen allerdings insgesamt nur 25 Mrd. Euro.
- Ein weiterer Wachstumsfaktor für das Geldvermögen war die erneut hohe Sparleistung der privaten Haushalte, mit einer Sparquote von 10,4 %.
- Für 2026 gibt DZ Bank Research einen positiven Ausblick. Die Studienautoren rechnen 2026 zwar nicht mit ganz so kräftigen Aktienkursgewinnen wie 2025, sehen aber insgesamt positive Perspektiven für die Geldanlage der privaten Haushalte in Deutschland.
Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist im gerade abgelaufenen Jahr 2025 um 6,3 % (nahezu 600 Mrd. Euro) auf zehn Billionen Euro gestiegen. Bei einer Bevölkerungsanzahl von 84 Millionen sind das im Schnitt 119.000 pro Person. Das ist das Resultat einer Untersuchung von DZ Bank Research. Dabei beinhaltet das Geldvermögen folgende Positionen:
- Einlagen & Bargeld
- Aktien
- Fonds
- Lebensversicherungen
Realwerte wie Immobilien, Unternehmensbeteiligungen oder Edelmetalle sind in dieser Zahl nicht enthalten.
Das dritte gute Börsenjahr in Folge
Ein wesentlicher Wachstumstreiber des Anstiegs war die außerordentlich positive Entwicklung der großen Börsen. Allein der Dax hat auf Jahressicht 23 % zugelegt. Auch der EuroStoxx und andere ausländische Aktienindizes haben sich 2025 sehr gut entwickelt. Besonders dynamisch war auch die Entwicklung der US-Börsen, und hier insbesondere der Technologietitel, deren Kursentwicklung u.a. durch die KI-Phantasie beflügelt wurde. „Aktienkursgewinne trugen mit rund 290 Milliarden Euro entscheidend zum Vermögensaufbau bei und machten 3,1 Prozentpunkte des gesamten Geldvermögenszuwachses aus“, erklärt Studienautor Michael Stappel.
2025 war damit das dritte Kalenderjahr in Folge mit kräftigen Kurssteigerungen, die zu deutlichen Wertzuwächsen sowohl bei Aktien, als auch bei Aktien- und Mischfonds führten. Dies zeigt, dass Aktieninvestments und entsprechende Fonds auf lange Sicht dazu beitragen können, stattliche Vermögen aufzubauen. Trotzdem haben die Deutschen nur 9,9 % ihres Geldvermögens in Aktien und weitere 15,7% in Fonds angelegt.
Deutsche sind eher Sparer als Investoren, aber die Tendenz ändert sich ein wenig
Des Deutschen liebstes Spar-Vehikel sind weiterhin Einlagen & Bargeld (darin liegen 35,7% des Geldvermögens) und Rentenpapiere (2,5%), die beide nur zu überschaubaren Zinseinnahmen führen. Die Zinseinnahmen betrugen im Jahr 2025 insgesamt 25 Mrd. Euro; das ist wenig, verglichen mit rund 290 Milliarden Euro Aktienkursgewinnen.
Auch die Renditen der Gelder, die bei Versicherungen untergebracht sind (mit 25,7% immerhin gut ein Viertel des Geldvermögens) sind alles andere als hoch. Hier kann sich schon glücklich schätzen, wem es gelingt, auf lange Sicht die Inflationsrate zu schlagen.

Bekannt hohe Sparquote der Deutschen
Ein weiterer Faktor für das dynamische Geldvermögens-Wachstum war die erneut hohe Sparleistung der Haushalte. „Die Sparquote lag 2025 bei voraussichtlich 10,4 % und damit leicht über dem langfristigen Vor-Corona-Durchschnitt“, erklärt Stappel.
Der Grund, dass viele Bürger ihr Geld zusammenhalten, ist eine hohe wirtschaftliche und politische Unsicherheit. Faktoren wie der anhaltende Ukraine-Krieg, die Zollpolitik Donald Trumps, die den deutschen Export belastet, ein aufgestauter Reformbedarf in Deutschland, Defizite bei der Infrastruktur oder eine lähmende Bürokratie zählen zu den Ursachen des wirtschaftlich schwierigen Umfelds. Hinzu kommt die Angst vor Arbeitsplatzverlust in wichtigen Bereichen der Industrie, die den Konsum dämpfte.


Verfügbares Einkommen wuchs langsamer als in Vorjahren
Auch wenn die Sparleistung hoch ist, fiel es vielen Haushalten schwerer, etwas zur Seite zu legen als noch in den Vorjahren. So wuchs das verfügbare Einkommen 2025 langsamer als in den Jahren 2023 und 2024, die durch hohe Tarifabschlüsse gekennzeichnet waren. Zudem ist die Arbeitslosigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter gestiegen – auf zuletzt 6,2% (Dezember 2025).

Am Schluss der Studie gibt DZ Bank Research einen positiven Ausblick auf das Jahr 2026: „Auch wenn 2026 nicht mit ganz so kräftigen Aktienkursgewinnen wie im Jahr 2025 gerechnet werden kann, bleiben die Perspektiven für die Geldanlage der privaten Haushalte in Deutschland 2026 insgesamt gut. So dürften die Kursniveaus an den Aktienmärkten zwar etwas schwächer zulegen als 2026, aber unter Schwankungen tendenziell weiter steigen.“
Diagramme: Studie von DZ Bank Research (2025)
Foto: Canva (2026)


