Es fällt Mädchen viel schwerer als Jungen, eine eigenständige Position zu beziehen und diese auch gegen Widerstände zu vertreten, also auch mal völlig alleine da zu stehen – an der Spitze ist es oft einsam.

Als Psychoanalytiker befasse ich mich mit den Persönlichkeitsstrukturen der Menschen und den Hintergünden für ihre Entstehung und Verfestigung in der Kindheit und Jugend. In meinen Therapien geht es für Männer und Frauen darum, wie sie es schaffen, sich hier und heute auch noch als Erwachsene in ihrer Persönlichkeit so zu verändern, dass sie privat und beruflich erfolgreicher und zufriedener werden können.

Bei der Recherche zu meinem Buch fand ich Forschungen, die sehr deutliche Unterschiede in der Persönlichkeitsentwicklung von Jungen und von Mädchen aufzeigen. So wählen Jungen häufiger Sportarten, in denen es um Konkurrenz und objektives Siegen oder Verlieren geht, wie Fußball oder Tennis.

Mädchen wählen mit Ballett oder Tanz hingegen von subjektiven Bewertungen abhängige Sportarten. Die mehr um ihr Wohlergehen als um eindeutige Ergebnisse besorgten Muttis (manchmal auch die Väter) und Mädchen können dann auf der subjektiven Ebene argumentieren:

“Da hat die Punktrichterin aber geschlafen!“ oder „Sie konnten dich einfach nicht leiden“.

Mädchen weichen also der objektiven Bewertungsebene eher auf eine subjektive Ebene aus, in der sie selbst das letzte Wort haben. Damit berauben sie sich ihrer Chance auf eine frühe und objektive Bewertung ihrer eigenen Leistung. Sie verbauen sich auch die Entwicklung zum Erwerb der Widerstandsfähigkeit im späteren beruflichen und privaten Karriere-Leben (Resilienz).

Ein zweiter wichtiger Grund der schwachen beruflichen Karriere-Basis von Mädchen ist deren größere Abhängigkeit von ihren Freundinnen, deren unbedingter Akzeptanz und ihrer gemeinsamen Nähe. So gehen Mädchen mindestens zu zweit aus und auch… gemeinsam aufs Klo. Es fällt Mädchen mit dieser Entwicklung viel schwerer als Jungen, eine eigenständige Position zu beziehen und diese auch gegen Widerstände zu vertreten, also auch mal völlig alleine da zu stehen – an der Spitze ist es oft einsam.

Wie soll später der unbedingte Wille entstehen, gerade auch gegen weibliche Widerstände aus dem „Krabbenkorb“ der „fesselnden Freundinnen und Frauen“ zu entkommen und eine eigene, abgegrenzte und damit eine durchaus auch mal unbequeme Persönlichkeit zu entwickeln?

Mein Hilfe-Tool für Sie: „Zuerst liebe ich mich und dann meinen Nächsten. Dazu fühle ich zuerst aufmerksam mich selbst mit allem, was ich in mir wahrnehme – auch wenn es mir zunächst gar nicht gefällt. Dann setze ich mich mit allen meinen Gefühlen – gegebenenfalls auch mit fremder Hilfe – solange auseinander, bis sie für mich stimmig geworden sind. Dann erst sorge ich nach meinen eigenen stimmigen Gefühlen gut für mich selbst und andere mit: Zeit und Zuwendung, Zoff und Zärtlichkeit.“

Wer sich selbst akzeptiert, der lebt, liebt und arbeitet dauerhaft gesund und zufrieden. Fragen Sie sich vor jeder Entscheidung: „Was tut mir jetzt und auf Dauer gut!“ Kommunizieren Sie Ihre so gefundene, für Sie und andere nachhaltig stimmige Entscheidung dann durch kurzes und prägnantes “Reden in KP-Form”, wie Barbara Bertolini so treffend schreibt (siehe nächster Beitrag in diesem Newsletter). Dann werden Sie auch verstanden.
Mit der neuen Selbst-Entwicklung Ihrer eigenen Persönlichkeit sind Sie bestens für Ihre passende Partnerschaft und Ihrer erfolgreiche Karriere aufgestellt.


Dr. med. Torsten MilschÜber den Autor

Dr. med. Torsten Milsch,
Psychoanalytiker und Psychiater, Privat-Praxis in Neuss,
Autor von „Mutti ist die Bestie!“ PIPER-TB 2014

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