Jennifer Morgan war die erste weibliche Vorstandsvorsitzende bei einem DAX-Unternehmen. Erst im Oktober 2019 wurde sie gemeinsam mit Christian Klein als Doppelspitze von Europas größtem Softwareunternehmen gekürt. In einem Interview kurz nach ihrer Beförderung sagte sie: „Eines meiner Ziele wird auch sein, mehr weibliche Führungskräfte bei SAP und auf dieser Welt zu ermöglichen.“
Und nun: Rausschmiß!
In der Corona-Krise sei Schnelligkeit, Klarheit und Entschlossenheit „dringend notwendig“, schrieb Aufsichtsratschef Hasso Plattner (76) an die SAP-Mitarbeiter. Künftig soll Christian Klein allein in der Unternehmens-Spitze die Geschicke des Walldorfer Unternehmens lenken.
Die tatsächlichen Gründe für Morgans Rausschmiss kennen wir nicht, und vermutlich werden wir sie auch nie erfahren. So einleuchtend es ist, dass Abstimmungen zwischen zwei Führungspersönlichkeiten langwierig und vielleicht auch aufreibend sein können, so bedauerlich ist es, dass wir bisher nicht erfahren durften, warum die männliche Hälfte der ehemaligen Doppelspitze bleibt und die weibliche Hälfte den Hut nehmen muss.
Schließlich ist SAP ein Unternehmen, das Frauen durchaus nach vorne lässt. „Heute besteht der Vorstand des wertvollsten DAX-Unternehmens aus einem Viertel Frauen, der Aufsichtsrat ist zu 60% weiblich besetzt, ein Viertel der Führungspositionen wird von Frauen gehalten“, schreibt Spiegel Wirtschaft im Oktober 2019, als die Doppelspitze Klein/Morgan verkündet wurde.
Festzuhalten ist: Uns geht ein wichtiges weibliches Role-Model an der Spitze eines deutschen Top-Unternehmens verloren… zumindest zunächst, denn wir trauen Jennifer Morgan noch so einiges zu.

Foto: SAP

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