Zwar fordern verschiedene Frauen-Netzwerke schon lange, dass es mehr Frauen in den Führungsgremien von Unternehmen geben soll, aber passiert ist in der Realität noch nicht allzu viel. Der Gesetzgeber kann das Seine tun, aber auch Investoren haben eine gewisse Macht, die sie ausüben können.

Unser Fördermitglied AXA Investment Managers (AXA IM) kündigte kürzlich an, ab dem Jahr 2021 seine Abstimmungspolitik zur Geschlechtervielfalt in Unternehmen zu erweitern. Der Asset Manager, der ein Vermögen von rund 804 Mrd. Euro verwaltet, will damit die Diversitätsrate in den von ihm investierten Unternehmen auf 33 % erhöhen.

Ein Drittel Frauenquote im Vorstand gefordert
Mit seiner Engagement-Politik wird sich AXA IM auf börsennotierte Unternehmen in den Industrieländern konzentrieren, in denen Vorstände keine ausreichende Geschlechtervielfalt ausweisen (d.h. mindestens ein Drittel des Vorstands ist nicht gender-divers). Dabei wird sich AXA IM ausdrücklich gegen die Wahl oder Wiederwahl des Vorsitzenden des Nominierungsausschusses aussprechen, wenn diese Mindestanforderungen nicht erfüllt sind.

Engagement auch in Schwellenländern
Zusätzlich wird sich AXA IM auch in börsennotierten Unternehmen in Schwellenländern und Japan engagieren, in denen nicht mindestens ein weibliches Mitglied im Vorstand sitzt, beziehungsweise bei größeren Unternehmen mindestens 10 % des Vorstands aus Frauen besteht.

Sowohl Unternehmen in Industrieländern als auch in Schwellenländern werden von AXA IM dazu angehalten, ihre Politik und die Ziele ihres Exekutivausschusses bezüglich der Geschlechtervielfalt offenzulegen und darüber zu berichten.

Nach eigenen Aussagen wird AXA IM die Unternehmen in Bezug auf diese Ziele zur Verantwortung ziehen und durch ihr Engagement jene Unternehmen unterstützen, die nach wie vor hinter ihren definierten Zielen oder bewährten Marktpraktiken zurückbleiben.

Die Stimmrechte sollen auch während der Hauptversammlung eines Unternehmens genutzt werden um Bedenken einzuräumen, falls ein Unternehmen keine angemessenen Angaben und Maßnahmen zur Vielfalt der Exekutivkomitees bereitstellt, sowie keinen glaubwürdigen Plan zur Behandlung des Themas vorlegt.

AXA IM erwartet höhere Rentabilität durch Gender-Diversität
Yo Takatsuki, Head of ESG-Research und Active Ownership bei AXA Investment Managers erklärt dazu: „Studien zeigen, dass ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in einem Vorstand zu einer höheren Rentabilität und Wertschöpfung führt, Gruppendenken überwindet, Debatten und Innovationen vorantreibt und zu einer stärkeren Repräsentationsvielfalt innerhalb der Organisation beiträgt. Wir sind davon überzeugt, dass wir die Vorstände, die für nachhaltige Unternehmenserfolge verantwortlich sind, zu den besten Governance-Standards motivieren müssen.“ Weiter ergänzt Takatsuki: „Wir wollen unsere Abstimmungspolitik in Bezug auf die Geschlechtervielfalt weiter ausbauen und unsere Rechte als Investor optimal nutzen, um die Unternehmen in einen produktiven Dialog zu bringen, der einen spürbaren Unterschied macht.“

Unternehmen sollen sich proaktiv für Geschlechter-Gleichstellung einsetzen
Das Engagement von AXA IM im Bereich der Geschlechtervielfalt konzentrierte sich im Jahr 2019 darauf, Unternehmen dazu zu bewegen, sich proaktiv für die Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen der Unternehmenshierarchie einzusetzen.

AXA IM verbesserte auch die Art und Weise, wie sie Überlegungen zur Geschlechterdiversität in ihre Abstimmungen auf Hauptversammlungen einbezog, indem sie gegen Folgendes stimmte:

  • die Billigung des Unternehmensberichts und des Jahresabschlusses oder eines entsprechenden Vorstandsmitglieds bei rein männlichen Vorständen von Unternehmen in entwickelten Märkten;
  • den Vorsitzenden des Nominierungsausschusses bei Unternehmen im britischen FTSE All Share Index, bei denen weniger als ein Viertel der Vorstandsmitglieder weiblich ist;
  • den Vorsitzenden des Nominierungsausschusses oder ein entsprechendes Vorstandsmitglied bei US-Unternehmen mit weniger als 20 % weiblichen Verwaltungsratsmitgliedern.

Dadurch stieg die Zahl der Stimmen von AXA IM gegen Unternehmen aufgrund von Aspekten der Geschlechtervielfalt: Hatte AXA IM im Jahr 2018 diesbezüglich gegen 45 Unternehmen gestimmt, stieg diese Zahl im Jahr 2019 auf 245 Unternehmen. Von Januar bis Mai 2020 stimmte AXA IM bei 186 Sitzungen aufgrund von Gender- und Diversitätsthemen gegen 230 Beschlüsse.

Yo Takatsuki merkt dazu an: „Wir sind langfristige Vermögensverwalter und davon überzeugt, dass es im Interesse unserer Kunden ist, wenn der Unternehmensvorstand vielfältige Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen besitzt, die den Anforderungen des Unternehmens gerecht werden.“

Foto Yo Takatsuki: AXA IM

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