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Emanzipation auf US-Währung: Schwarze Fluchthelferin auf neuem 20-Dollar-Schein

Die USA wollen nun für Emanzipation auf ihren Dollar-Scheinen sorgen: Auf dem neuen 20-Dollar-Schein soll mit Harriet Tubman (1820 – 1913) erstmals eine schwarze Frau zu sehen sein. Sie wurde von der US-Kampagne „Women on 20s“ mit Mehrheit gewählt – vor der First Lady Eleanor Roosevelt, der Menschenrechtlerin Rosa Parks und vor Wilma Mankiller, Indianerin und erstem weiblichen Häuptling des Cherokee-Stamms.

Die Afroamerikanerin Tubman war 1849 selbst erfolgreich der Sklaverei entflohen und engagierte sich anschließend gegen die Sklaverei. Sie arbeitete für das informelle Netzwerk „Underground Railroad“, das von 1849 bis zum Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861 – 1865) entlaufenen schwarzen Sklaven aus den Südstaaten der USA bei der Flucht in die Nordstaaten oder nach Kanada half. Dabei kehrte Tubman selbst mehrmals an die Ostküste von Maryland zurück, um von dort geflohene Sklaven nach Pennsylvania zu führen, wo sie sicher waren. Dabei begab sie sich in erhebliche Gefahr, von ihren früheren Besitzern oder von Sklavenfängern erkannt und bestraft zu werden.

Bisher ziert Andrew Jackson die Vorderseite des 20-Dollar-Scheins. Er war siebter Präsident der USA, hielt Sklaven und hasste Indianer. Er muss sich künftig mit der Rückseite der 20-Dollar-Banknote begnügen.

Suffragetten auf dem 10-Dollar-Schein
Ursprünglich wollten die Amerikaner ihrem 10-Dollar-Schein ein neues Gesicht verleihen. Dort ist Gründervater Alexander Hamilton zu sehen, der jüngst allerdings wieder so beliebt ist, dass man ihn dann doch nicht auswechselte.

So will man nun Bilder von Suffragetten auf der Rückseite der 10-Dollarnote zeigen. Diese Frauen – überwiegend aus dem Bürgertum – haben sich für die Einführung des Frauenwahlrechts eingesetzt.

Es gab zwar schon früher vereinzelt Frauen auf der US-Währung, aber die derzeit einzigen Frauen auf der aktuell im Umlauf befindlichen US-Währung sind Sacagawea und Susan B. Anthony, jeweils auf einer 1-Dollar-Münze. Sacagawea war eine amerikanische Indianerin, die die beiden Forscher Meriwether Lewis und William Clark auf ihrer Expedition in den Westen der USA begleitete, und Susan Anthony war eine bekannte Frauenrechtlerin. Vor über 100 Jahren hatten es auch schon mal zwei Frauen auf das US-Papiergeld geschafft: Martha Washington von 1891 bis 1896 und Pocahontas von 1865 bis 1869.

Doch schnell geht die Emanzipation auf den Dollar-Scheinen nicht unbedingt vonstatten: Der Entwurf der neuen Scheine soll 2020 veröffentlicht werden, zum 100. Jahrestag des „19th Amendment to the United States Constitution“, mit der das Frauenwahlrecht in den USA eingeführt wurde – gerade einmal 3 Generationen ist das also her. In Umlauf sollen die neuen Scheine dann „vor 2030“ kommen – schneller ging es mit der Emanzipation der Frauen auch nicht.

Foto: AFP