Im Arbeitskreis Senior Professionals befassen sich die Fondsfrauen unter anderem mit Altersdiskriminierung. Die teilnehmenden Frauen berichten, dass man teilweise bereits ab Alter 50 damit konfrontiert wird, dass man für die eine oder andere Position zu alt sei. Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse der jüngsten Befragung im Rahmen der DIA-Studie 50plus, aus der das Deutsche Institut für Altersvorsorge vorab einige erste Ergebnisse veröffentlicht.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat schon einmal Altersdiskriminierung erlebt
Demnach berichten 15 Prozent der Bürger in Deutschland, dass sie selbst schon einmal Altersdiskriminierung in einer bestimmten Form erlebt haben, weitere 15 Prozent haben sie in ihrem Umfeld beobachtet. Darüber hinaus haben sechs Prozent der Befragten sowohl selbst Altersdiskriminierung erfahren als auch im Umfeld bei anderen miterlebt. 52 Prozent aller Teilnehmer an der Umfrage gaben an, dass sie bislang keinerlei derartige Erfahrungen gemacht haben.

Starkes Altersgefälle
Besonders auffällig dabei: Der Anteil jener, die von solchen Erlebnissen berichten, nimmt mit steigendem Alter erheblich ab. Unter den 18- bis 29-Jährigen berichten 25 Prozent von selbst erfahrener Diskriminierung wegen ihres Alters. Unter den Befragten ab 60 sind es dagegen nur elf Prozent. Noch stärker ist das Altersgefälle bei der im eigenen Umfeld beobachteten Altersdiskriminierung. In der jüngsten Altersgruppe (18 bis 29 Jahre) berichten 28 Prozent davon. Unter den 60-Jährigen und Älteren haben dagegen nur sechs Prozent eine solche Beobachtung gemacht. Spiegelbildlich verhält es sich mit der Gruppe, die bislang Altersdiskriminierung in keiner Form erlebt hat. Das sagten 30 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Ab dem Alter 60 waren es dagegen 75 Prozent.
Begriff Altersdiskriminierung ist umfassender
„Die neueste DIA-Studie 50plus vermittelt ein unerwartetes Bild zur Altersdiskriminierung. Für gewöhnlich wird damit die Vorstellung verbunden, dass davon die Jahrgänge ab Mitte 50 betroffen sind. Aber offenkundig sieht sich auch ein nennenswerter Anteil deutlich Jüngerer ebenfalls wegen des eigenen Alters benachteiligt“, interpretiert DIA-Sprecher Klaus Morgenstern die Umfrageergebnisse. Unter Umständen müsse der Begriff der Altersdiskriminierung viel weiter gefasst werden, als dies bislang der Fall ist.
Womöglich wird das Alter aber auch gelegentlich als Ausrede verwendet. „Zu jung“, „zu alt“, „zu sonstwie“. Was dann die tatsächlichen Gründe sind, weshalb eine Person bei einer bestimmten Stellenbesetzung nicht zum Zuge kommt, ist in einer Studie ziemlich schwer zu ermitteln.
Die repräsentative Umfrage wurde im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge von INSA Consulere durchgeführt und fand als Online-Befragung vom 24. 3. bis zum 7. 4. 2025 statt. Daran nahmen 3.000 Personen aus Deutschland ab 18 Jahren teil. Die Umfrage ist gestützt auf der permanenten Telefon-Befragung INSA-Perpetua Demoscopia. Die komplette Studie wird in den kommenden Monaten veröffentlicht.


