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Citywire-Studie: Frauenquote bei Fondsmanagern verharrt auf niedrigem Niveau

Frauen, die Portfoliomanagerin sind, befinden sich nach wie vor ziemlich allein auf weiter Flur. Wie Citywires diesjähriger Alpha Female Report zeigt, haben Asset Manager im vergangenen Jahr kaum Fortschritte gemacht, wenn es darum geht, Frauen in Fondsmanager-Jobs zu befördern oder offene Stellen mit Frauen zu besetzen. Citywire erstellt den Alpha Female Report seit 2016 auf jährlicher Basis.

Nur etwa 10,8% der Fonds in Citywires Manager-Datenbank werden derzeit von Frauen verwaltet. 2016 waren es 10,3%. Damit hat sich der Stand der Frauenquote über die vier Jahre, in denen der Report erstellt wird, kaum verändert.

Außerdem zeigt die Untersuchung, dass Frauen mit höherer Wahrscheinlichkeit spezialisierte oder Nischen-Fonds managen. Das bedeutet auch, dass sie im Schnitt weniger Assets als ihre männlichen Kollegen verwalten, die besonders stark in den populärsten Sektoren vertreten sind.

Größere Fonds-Häuser haben höheren Frauen-Anteil
Die Analyse hat zum ersten Mal auch Asset Management Gruppen danach bewertet, wie viele Frauen sie prozentual angestellt haben. Das Ergebnis wurde dann nach der Gesamtgröße der Gruppen unterteilt.

Unter den Fonds-Häusern mit mehr als 100 Fondsmanagern steht das amerikanische Unternehmen J.P. Morgan Asset Management mit einem Frauenanteil von 21% an erster Stelle. Selbst bei den großen Häusern liegt der Durchschnitt nur bei 13%. Bei den Gruppen mit 50 bis 100 Managern rangiert der italienische Asset Manager Eurizon Capital mit einem Frauenanteil von 34% an der Spitze, im Vergleich zum Durchschnittswert der Gruppe von 11%. Die Wertung für Asset Manager mit 20 bis 50 Portfoliomanagern führt mit 35% Frauen der Asset Manager OFI aus Frankreich an.

Trotz der Spitzenwerte in den kleineren Kategorien liegen insgesamt die größeren Asset Manager vorne, was die Frauenquote betrifft.

Frauen in den beliebtesten Sektoren besonders unterrepräsentiert
Nisha Long, Head of Cross Border Research bei Citywire stellt außerdem fest, dass in den Sektoren „Aktien Europa“ und „Aktien Global“ nur sieben Frauen hinzukahmen. Das steht im Gegensatz zu 106 Männern, die zu diesen Sektoren kamen.

Die bessere Geschlechterverteilung bei größeren Unternehmen führt sie auf den steigenden öffentlichen Druck zurück, dem größere Häuser stärker ausgesetzt sind als kleinere. Außerdem stünden den größeren Unternehmen mehr Ressourcen zur Verfügung, um eine Änderung zu erwirken. Dennoch habe sich aus Gesamtsicht nicht viel getan.

„Trotz des Lärms um Geschlechtergleichheit und der richtigen Worte hat sich nicht genug geändert. Über einen Zeitraum von vier Jahren liegt die Anzahl weiblicher Führungskräfte immer noch bei 10%. Wird dies in weiteren vier Jahren der Fall sein? Es geht nicht darum, wer am lautesten schreien kann, es ist echtes Handeln erforderlich“, sagt Long.

Der vollständige Alpha Female Report in englischer Sprache ist bei Citywire käuflich erwerbbar.