Flexible Arbeitszeiten erfordern natürlich einen hohen Koordinationsaufwand, Vertretungsregelungen und den persönlichen Einsatz jedes Einzelnen. Bequem ist das sicher nicht. Aber der Aufwand lohnt; wir haben hochqualifizierte, loyale Kräfte, die lange bei uns sind, weil sie die Flexibilität des Arbeitgebers BVI zu schätzen wissen.

Einer der Bausteine, um Beruf und Familie unter einen Hut bekommen zu können ist, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern gewisse Flexibilitäten bei der Wahl des Arbeitsorts und der Arbeitszeit zugestehen.

Dabei ist nicht gemeint, dass weniger oder oberflächlicher gearbeitet werden soll, sondern viel mehr, dass Arbeitnehmer flexibler arbeiten können – damit zwischendurch ein Besuch bei der Kinder-Vorsorgeuntersuchung möglich ist, und man dann wieder zurück ins Büro geht. Oder damit ein Elternteil pünktlich gehen kann, um die Kinder abzuholen, und die noch offenen Arbeiten später abends von zu Hause erledigt.

Einige Unternehmen haben gezielt ihre Arbeits-organisation auf die erhöhten Flexibilitäts-Bedürfnisse von Familien ausgerichtet. Von ihnen wollen wir an dieser Stelle Näheres zu den gemachten Erfahrungen wissen.

In dieser ersten Ausgabe des Newsletters der Fondsfrauen sprechen wir mit Patrizia Ribaudo, Sprecherin des deutschen Fondsverbands BVI. Der BVI vertritt die Mehrheit der deutschen Fondsgesellschaften, die insgesamt ein Vermögen von 2,2 Billionen Euro verwalten.

Fondsfrauen: Frau Ribaudo, wie sieht eigentlich im BVI das Verhältnis zwischen Frauen und Männern unter den Angestellten aus?
Patrizia Ribaudo, BVI: Wir sind etwas mehr Frauen als Männer. Insgesamt haben wir 50 Mitarbeiter.

Und in der Führungsebene?
Ribaudo: Die Abteilungsleiterposten sind zur Hälfte von Frauen besetzt.

Haben Sie Quoten für Diversity, oder leben Sie beim BVI einfach nur Diversity?
Ribaudo: Nein, wir haben keine Diversity-Quoten. Sie wären bei unserer Größe auch nicht gut. Entscheidend sind Leistung und Eignungder Mitarbeiter.

Welche Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeit und Arbeitsplatzgestaltung bieten Sie beim BVI, damit Ihre Mitarbeiter Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen können?
Ribaudo: Die flexiblen Arbeitszeiten basieren beim BVI auf individuellen Vereinbarungen. Wir kommen den Mitarbeitern sehr entgegen, denn die Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich. Heimarbeitsplätze haben wir natürlich auch.

Eine Befürchtung vieler Unternehmen ist, dass bei allzu flexibler Arbeitszeitgestaltung kaum mehr gemeinsame Meetings einberaumt werden können und auch sonst die Arbeitsresultate sinken. Wie sind ihre Erfahrungen damit?
Ribaudo: Da der BVI mit Frankfurt, Berlin und Brüssel an drei Standorten vertreten ist, haben wir eine gewisse Routine mit Gesprächen, an denen nicht alle persönlich teilnehmen können. Flexible Arbeitszeiten erfordern natürlich einen hohen Koordinationsaufwand, Vertretungsregelungen und den persönlichen Einsatz jedes Einzelnen. Bequem ist das sicher nicht. Aber der Aufwand lohnt; wir haben hochqualifizierte, loyale Kräfte, die lange bei uns sind, weil sie die Flexibilität des Arbeitgebers BVI zu schätzen wissen.

Danke für das Interview.


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Interview mit Patrizia Ribaudo
Sprecherin des deutschen Fondsverbands BVI

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