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Bei Stiftungen sind Frauen gut vertreten

Seit rund 1.000 Jahren engagieren sich Stiftungen in Deutschland mit ihrem Vermögen und ihrer Stiftungsarbeit für die Gesellschaft und stellen damit eine wichtige Stütze des Kultur- und Sozialwesens dar. Derzeit gibt es in Deutschland die beachtliche Zahl von rund 22.000 rechtsfähigen Stiftungen des bürgerlichen Rechts, wobei 95 % davon gemeinnützig sind. Sie engagieren sich für Zwecke wie Bildung, Wissenschaft, Umwelt, Gesundheit & Sport, Religion & Kirche oder gesellschaftliche Dinge. Zusammen verwalten die deutschen Stiftungen ein Stiftungsvermögen von mehr als 100 Milliarden Euro.

Alle drei Jahre führt der Bundesverband Deutscher Stiftungen eine Umfrage über das Stiftungswesen in Deutschland durch. Über die letzte Umfrage berichtet der Verband in seiner Schrift „Zahlen, Daten, Fakten 2017“. Es ist interessant zu sehen wie sich Frauen und Männer beim Stiften verhalten.

Zunächst einmal dazu, wer eigentlich Stiftungen gründet: Fast zwei Drittel der Stiftungen (65,4 %) werden ausschließlich von natürlichen Personen errichtet. Dabei wurden 23,0 % der Stiftungen ausschließlich von Frauen ins Leben gerufen, und 45,5 % ausschließlich von Männern. Der Rest der Stiftungen wurde entweder von Frauen und Männern gemeinsam gegründet (23,8 %) oder von natürlichen Personen zusammen mit juristischen Personen.

In den Gremien ist Diversity bei Stiftungen schon recht weit gediehen – deutlich weiter als im Unternehmensbereich, wo Frauen in den Gremien stark untergewichtet sind. Zu mehr als zwei Drittel (67,2 %) sind die Gremien deutscher Stiftungen mit Männern und Frauen gemeinsam besetzt. Nur 2,1 % der Gremien sind ausschließlich mit Frauen besetzt, während 30,7 % der Stiftungen ausschließlich Männer in ihren Gremien haben.

Hinsichtlich des Stiftungszwecks gibt es zwischen Frauen und Männern keine wesentlichen Unterschiede bei der Themenwahl. Es überwiegen gesellschaftliche Themen-Bereiche (52,2 %), gefolgt von den Bereichen Bildung (34,6 %) und Kunst & Kultur (32,0 %).

Was auch noch interessant ist: Der Anteil der zu Lebzeiten errichteten Stiftungen steigt kontinuierlich. Derzeit entstehen über 80 % der Stiftungen, die mit einer Beteiligung von natürlichen Personen errichtet werden, zu Lebzeiten des Stifters. Der überwiegende Anteil der Stiftungen hat ein Stiftungskapital zwischen 100.000 und 250.000 Euro, aber auch darunter ist die Gründung einer Stiftung möglich, wenn auch im Niedrigzins-Umfeld schwierig zu bestreiten. Schließlich sollen bei einer Stiftung im Regelfall die Erträge nicht nur die Verwaltungskosten (z.B. für Buchhaltung, Jahresrechnung etc.) decken, sondern in den Stiftungszweck fließen.

Wer sich für das Thema Stiftung interessiert, findet auf der Internetseite des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen viele Tipps rund um das Stiften sowie Hinweise zu Stiftungs-Veranstaltungen.

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