Anne Richards ist CEO von Fidelity International und damit eine der wenigen weiblichen Top-Führungskräfte eines international tätigen Asset Managers. Am 17. Juni war sie im digitalen Fondsfrauen-Lunch im Interview mit Fondsfrau Anne Connelly und Corinna Valentine, COO und Head of Finance für Fidelity International, Deutschland.

Ingenieurs-Background
Von ihrer Ausbildung her ist Anne Richards Elektronik-Ingenieurin und war die erste Akademikerin in der näheren Familie. Nach ihrem Ingenieur-Studium und ihrer Tätigkeit bei der Europäischen Organisation für Kernforschung Cern besuchte sie eine Business School. „Bis dahin habe ich nie in eine Wirtschaftszeitung wie die Financial Times geschaut“, sagt sie, „aber manchmal ist so ein Quereinstieg auch von Vorteil“.

An der Finanzbranche fasziniert sie, dass es einem ständigen Kaleidoskop ähnelt. „Die einzelnen Teile sind immer dieselben, aber jemand kann sie über Nacht völlig zusammengeschüttelt haben“. Als neugieriger Mensch empfindet sie das sich ständig wandelnde Wirtschafts- und Börsenleben als spannend.

Unabhängigkeit ist ihr wichtig
In der Finanzbranche begann sie zunächst als Engineering Analyst, dann als Portfolio Manager, später als CIO und nun als CEO von Fidelity International. „Als ich für einen meiner vorherigen Arbeitgeber auf einen Management Skills Trainingskurs geschickt wurde, wurde mir erst klar, dass Menschen durch ganz unterschiedliche Dinge motiviert werden“, erzählt sie. „Bei mir sind es Eigenständigkeit und Unabhängigkeit, die zählen“. Sie lernte, dass andere Menschen ganz andere Motivatoren haben, wie z.B. Titel, Geld, Führung von vielen Mitarbeitern, etc. Den Zuhörern des Interviews rät sie: „Wir müssen jeder für uns herausfinden, was uns gefällt und guttut, und dann einfach mehr davon machen.“

Dank der Mitarbeiter-Flexibilität gut durch die Covid-19-Krise gekommen
Durch die Covid-19-Krise ist Fidelity International relativ gut gekommen. „Das liegt vielleicht daran, dass wir viele Mitarbeiter vor Ort in China haben. Daher haben wir uns schon im Januar 2020 mit COVID befasst. Zunächst haben wir es als regionales Problem angesehen, aber als es sich dann zu einer weltweiten Pandemie entwickelte, hatten wir schon etwas Training“, erklärt Richards. Fast ein wenig erstaunt wirkt sie, wie gut am Ende alles geklappt hat. „Wir haben Zoom innerhalb von nur zwei Wochen firmenweit eingeführt. Und als wir fast alle Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt haben, war ich beeindruckt, wie flexibel unsere Mitarbeiter darauf reagierten. Wir haben eigentlich keinerlei Ausfälle gehabt – das haben wir nur dem Engagement unserer Leute zu verdanken.“

Als Unternehmens-Chefin wolle sie trotz der Pandemie ihre strategische Agenda nicht aus den Augen verlieren. „Wir haben unsere Thank-You-Days und unsere Vorhaben zur erweiterten Elternzeit weitergeführt. Allerdings wird es wohl bis Ende 2021 brauchen, bis wir wieder zurück zur Normalität gehen können“, meint Richards.

Fluideres Arbeiten nach der Corona-Krise
Doch ganz zur Vor-Corona-Organisation wird man wohl nicht zurückkommen. „Auch ich vermisse das Reisen, aber ich vermisse nicht alle Reisen“, erklärt die Mutter von zwei Kindern. „Und so wie mir geht es wohl den meisten Mitarbeitern. Daher experimentieren wir jetzt mit vielen Modellen, wie es nach Corona weitergehen kann, mit verschiedenen Hybrid-Modellen. Einige Ideen, die wir probieren, werden scheitern, aber dann müssen wir eben eine Kleinigkeit ändern und es damit noch einmal probieren. Das wird ein iterativer Prozess sein“, meint Richards. „Am Ende wird ein Arbeitsprozess herauskommen, der flexibler und fluider ist als vorher“, ist sie überzeugt.

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