7 Tipps für agilere Teamarbeit

Die Digitalisierung beeinflusst auch die Investmentbranche und den Finance-Bereich. Geschäftsmodelle verändern sich rasant. Damit steigen die Anforderungen an Kreativität und Teamarbeit. Auf dem Weg zu einem agileren Unternehmen und agilerer Führung helfen Maßnahmen und Methoden aus dem Werkzeugkoffer der agilen Projektmanagement-Methoden. Aufgabe der Führung in diesem Kontext ist es, Selbstorganisation zu stärken. Frauen fällt das oft viel leichter als Männern. Die Buchautorin Svenja Hofert stellt die wichtigsten 7 Agil-Methoden vor.

  1. Transparenz schaffen mit Taskboards

Wer arbeitet an welchem Thema? Was ist erledigt, was steht an? So genannte Taskboards helfen dabei, die Übersicht zu behalten. Die einfachste Methode basiert auf der Methode „Kanban“. Dazu teilen Sie ein Whiteboard in drei Abschnitte, die mit „to do“, „doing“ und „done“ überschrieben sind. Zu erledigende Aufgaben werden gemeinsam besprochen, jeder nimmt sich eine Aufgabe vom Board und kennzeichnet diese als in Arbeit.  Achtung: Transparenz verlangt Offenheit und Vertrauen. Die Arbeit mit dem Taskboard darf von der Führungskraft nicht ausgenutzt werden, um Geschwindigkeit oder Effizienz von einzelnen zu überwachen.

  1. Besprechungen im Stehen durchführen

Am besten verbinden Sie die Einführung eines Boards mit einem Stand-up-Meeting. Das sind kurze, maximal 15-minütige Besprechungen, die sich um drei Fragen drehen: 1. Was habe ich seit gestern erledigt? 2. Was nehme ich mir heute vor? 3. Was hindert mich bei der Arbeit? Bei der letzten Frage kommt heraus, dass es Streitigkeiten zwischen Kollegen gibt? Konflikte werden dann nicht in diesem Meeting, sondern bilateral geklärt – wenn es geht. Falls nicht, kann ein agiler Coach oder die Führungsfrau moderieren oder coachen.

  1. Regelmäßig und strukturiert zurückblicken

Im agilen Projektmanagement heißen Rückblicke Retrospektiven. Diese strukturierten Besprechungen dauern ein bis vier Stunden und beleuchten die Zusammenarbeit ex post. Dabei lassen sich unterschiedliche Formate verwenden, etwa Bewertungen, die sich an den Amazon-Buchrezensionen orientieren oder an eine Filmkritik anlehnen (Frage kann dann lauten „in welchem Film war das Team die letzten 14 Tage deiner Meinung nach?“). Wichtig ist auch hier die Struktur, die ausufernde Diskussionen zu vermeiden hilft, sowie das so genannte „Timeboxing“, also eine klare Zeitbegrenzung.

  1. In kurzen Abschnitten planen

Agile Projektteams arbeiten in definierten Zeitabschnitten, die von Retrospektiven abgeschlossen werden. In einer so genannten Iteration gibt es keine Einmischung von außen, das Team kann in Ruhe arbeiten. In dieser Zeit kann das Team sich einspielen und ein Gefühl für die eigene Geschwindigkeit entwickeln. Die Projektplanung passt sich den Erfahrungen aus der Iteration an, die beispielsweise 14 Tage dauert. Eine Iteration endet immer mit einer Retrospektive.

  1. Den Blick auf den Prozess umlenken

Die meisten Unternehmen messen Zielerreichung und schauen wenig oder gar nicht auf den Prozess. Doch dieser ist entscheidend – sinnvoll und effektiv gestaltete Prozesse wirken schließlich auch positiv auf Ziele. Zum Prozess gehört auch die Art und Weise der gemeinsamen Kommunikation, aber auch der Blick auf Abläufe oder den Austausch von Wissen. Diese Prozessorientierung lässt sich in die Retrospektiven einbauen.

  1. Führung als Teamentwicklung umdeuten

Viele Führungskräfte begreifen sich als Oberentscheider. In letzter Zeit setzte sich auch ein Führungsverständnis von der Führungskraft als Motivator und Coach durch. Im agilen Kontext dagegen ist die Aufgabe eine andere: da das Team im Mittelpunkt steht und nicht die Einzelperson, geht es vor allem um Teamentwicklung. Dazu gehört Teambuilding, aber auch das Beseitigen von Hindernissen, die der Selbstorganisation im Weg stehen – etwa von Konflikten.

  1. Fehler als Chance begreifen

Einer der agilen Kernwerte ist „Mut“. Dazu gehört, das Mitarbeiter sich etwas trauen, experimentieren dürfen müssen. Das ist ohne eine offene Fehlerkultur nicht denkbar. Fehler müssen nicht nur toleriert, sondern erwünscht sein. Dieses Bewusstsein zu erzeugen fällt Frauen oft schwer, da sie zu Perfektionismus neigen können.  Stellen Sie sich dieser Herausforderung! Ein innovationsfreundliches Umfeld ist immer auch offen und fehlertolerant ist… Ein erster Schritt dahin könnten Experimentiertage sein.

(Foto: Faceland / Carlos Bank)


svenjahofert_angelehntbankportraitÜber die Autorin:
Svenja Hofert ist 35fache Buchautorin und hat mit dem Buch „Agiler Führen. Einfache Maßnahmen für bessere Teamarbeit, mehr Leistung und höhere Kreativität“ ein umfassendes Handbuch verfasst. Hofert hat sich in mehr als zwei Jahrzehnten einen Ruf als Trendsetterin und Multiplikatorin erarbeitet. Als Geschäftsführerin der Teamworks GTQ Gesellschaft für Teamentwicklung und Qualifizierung GmbH in Hamburg führt sie Workshops zu agilem Führen durch und bietet eine Ausbildung in Teamentwicklung an. Webadresse: www.teamworks-gmbh.de.

Foto: Faceland/Carlos Bank

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