Unsere Umfrage zeigt, dass 4 von 5 Frauen schon mal Altersdiskriminierung erlebt haben. Viele Frauen in Finance spüren, wie Erfahrung relativiert oder Entwicklungspotenzial vorschnell eingeordnet wird. Bei einem Digital Lunch Talk haben vier Frauen über das Thema Age Discrimination diskutiert und Wege aufgezeigt, wie wir solchen Vorurteilen begegnen können.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Altersdiskriminierung findet häufig statt – teilweise offen vorgetragen, teilweise verdeckt.
  • Altersdurchmischte Teams sind besser und nutzen ein breiteres Potenzial. Es ist daher verwunderlich, dass Unternehmen nicht Wert auf gut durchmischte Teams legen.
  • Ein selbstbewusstes Auftreten sowie passendes Outfit und Styling wirken souverän und können Altersdiskriminierung vorbeugen.
  • Age-Discrimination begegnet man am besten mit Humor, weil bissige Kommentare bei Frauen als „Zickigkeit“ wahrgenommen werden und daher nicht zielführend sind.

„Für diesen Posten sind Sie leider zu jung! Kommen Sie gern in ein paar Jahren auf mich zu!“ oder „Ich glaube nicht, dass diese Herausforderung in Ihrem Alter für Sie das Richtige wäre“. Solche und andere Kommentare haben viele von uns schon einmal gehört. Zu jung, zu alt, zu Generation Z, zu Boomer.

4 von 5 Frauen haben schon mal Altersdiskriminierung erlebt

Viele Frauen in Finance spüren, wie Erfahrung relativiert oder Entwicklungspotenzial vorschnell eingeordnet wird. Bei unserer LinkedIn-Umfrage zu diesem Thema haben vier von fünf Frauen (79%) angegeben, dass sie schon mal Altersdiskriminierung erlebt haben; nur 20% haben es noch nicht erlebt, zumindest nicht bewusst.

44% der Antwortenden wurden als „zu jung“ unterschätzt, und 35% als „zu alt“ abgestempelt. Solche Alterszuschreibungen beeinflussen Karrieren und andere wichtige Entscheidungen.

Digital Lunch Talk macht Thema Age Discrimination zum Thema

Grund genug, uns mal näher mit dem Thema zu befassen. Bei unseren Digital Lunch Talk am 19. Februar sprach Anke Dembowski mit den folgenden Panelistinnen über das Thema:

  • Coleen Trebschick, selbständige Finanzberaterin, Vorständin der CAPA AG FinanzWeitBlick
  • Charlotte Nierhoff, Spezialistin Kommunikation Investment Fonds, GLS-Investment
  • Sabrina Löffler Hack, Client Relationship Manager, DJE

Wie sich Age-Discrimination äußert

Age Discrimination im Arbeitsleben kann offen vorgetragen, aber auch verdeckt als Karriere-Hürde wirken. Kommentare wie „wann kommt denn Ihr Chef?“ bis „Ach herrje, die ist bestimmt schwanger“, hatten die Panelistinnen schon so einige Bemerkungen gehört. Letzteres beispielsweise, wenn einer jungen Frau unwohl ist und sie sich krankmeldet.

Frauen von 55+ hören schon mal Sätze wie „ich glaube, Sie passen nicht so gut in unser junges Team“, wenn nicht sogar in der Stellenausschreibung explizit nach einer „Verstärkung für unser junges Team“ gesucht wird.

In der Diskussionsrunde wunderte man sich darüber, warum sich einige Unternehmen durch Altersdiskriminierung der Möglichkeit, alters-diverse Teams zielgerichtet für sich arbeiten zu lassen, berauben. „Altersdurchmischtes Teams funktionieren besser und nutzen ein breiteres Potenzial“, war die einhellige Meinung.

Wie wir Alters-Diskriminierung vorbeugen können

Wie man sich gibt, so wird man wahrgenommen, darin waren sich die Panelistinnen einig. Ein ordentliches Business-Outfit, eine seriöse Frisur und ein angemessenes Benehmen können dazu beitragen, ernstgenommen zu werden. Dies gilt insbesondere für junge Frauen.

Frauen von 55+ wirken belastbar und für eine weitere Karriere geeignet, wenn sie neugierig bleiben, bzw. sich interessiert an Weiterbildung und neuer Technik zeigen.

Und ein selbstbewusstes, lockeres Auftreten steht jeder Frau gut und wirkt so souverän, dass man gar nicht Gefahr läuft, vorschnell eingeordnet zu werden.

Wie wir Alters-Diskriminierung begegnen können

In der Diskussion kam zutage, dass Age-Discrimination am besten mit Humor begegnet wird, weil bissige Kommentare bei Frauen als „Zickigkeit“ wahrgenommen werden und daher nicht zielführend sind. Auf die Bemerkung „sie haben aber hübsche Schuhe an“, kann man z.B. zurückspiegeln. „Oh ja, Ihre Sneaker sind aber wirklich auch sehr schick“. Oder auf die Frage „wann kommt denn Ihr Chef“ einfach kontern: „Wann kommt denn Ihrer?“

Wer befürchtet, im richtigen Augenblick nicht schlagfertig genug zu sein, kann sich im Vorfeld ein paar gute Antworten zurechtlegen, die universell gut einsetzbar sind.

Humor ist womöglich die beste Form der konstruktiven Kritik, weil niemand sein Gesicht verliert und schlagfertige Antworten bei allen Altersgruppen lässig und professionell wirken.

Wer das Digital Lunch Talk noch einmal nachhören will, findet die Aufzeichnung im Videoarchiv: https://fondsfrauen.de/videos/
Das Videoarchiv ist ausschließlich für Fondsfrauen Member zugänglich.

Foto: Canva (2026)

Profilbild von Anke Dembowski

Anke Dembowski

Anke Dembowski ist Finanzjournalistin und Autorin verschiedener Investmentfonds- und anderer Finanzbücher. Sie ist außerdem Mit-Gründerin des Netzwerks „Fondsfrauen".

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