Am gestrigen Freitag war internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Zum einen ist es erstaunlich, welche speziellen Gedenk-Tage es gibt, zum anderen ist erschreckend, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen ist – auch heutzutage in den entwickelten Ländern.

Die EU-Gleichstellungskommissarin Věra Jourová stellte am Donnerstag eine Eurobarometer-Umfrage vor, laut der 74 % der Befragten wissen, dass Gewalt gegen Frauen verbreitet ist. Jeder Vierte kennt ein Opfer im eigenen Umfeld. Insbesondere in den Top-Ebenen der Unternehmen sind Frauen nicht gefeit vor Übergriffen: Drei von vier Frauen, die im Top-Management arbeiten, geben an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. Das ist mehr als der Durchschnitt. Dort sagen dies etwas über die Hälfte (55 %) der Frauen in Europa. Statistisch gesehen kommt auf eine von 20 Frauen eine Vergewaltigung.

Besonders erstaunlich ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage unter 27.818 Menschen, welche die EU-Kommission in den EU-Ländern in Auftrag gegeben hat. Das Ergebnis zeigt: 12 % der der Befragten in der EU geben an, dass es vertretbar ist, dass eine Frau vergewaltigt wird, wenn diese betrunken oder auf Drogen war. 11 % sagen, die Frau sei selbst Schuld, wenn sie jemanden mit zu sich nach Hause genommen hat, und 10 % sagen dies, wenn die Frau zu sexy bzw. freizügig angezogen war. Immerhin 7 % sehen eine gewisse Schuld der Frau, wenn sie nachts allein unterwegs war oder mit dem Angreifer geflirtet hat, bevor es passiert ist oder wenn die Frau in der Vergangenheit mehrere Sexualpartner hatte (Hier geht es zum Umfrageergebnis).

Die Europäische Kommission leitete diese Woche eine Reihe von Maßnahmen für 2017 ein, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen in all ihrer Form zu bekämpfen. Um geschlechtsspezifische Gewalt in der Europäischen Union vorzubeugen und ihre Opfer zu unterstützen, wurden 10 Millionen Euro für den Einsatz an der Basis bereitgestellt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, ein Bewusstsein zu schaffen und Informationen zum Thema Gewalt gegen Frauen zu verbreiten. Die EU-Kommission wendet sich dabei sowohl an die Öffentlichkeit als auch an Fachleute, die zur Verbesserung der Lage beitragen können: Polizei, Lehrkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Richter und viele andere.

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Quelle: EU-Kommission

 

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