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Weibliche Führung beflügelt Unternehmens-Ergebnisse

Eine Studie von Nordea zeigt, dass frauengeführte Unternehmen konsistent outperformen. Im Schnitt erreichten diese Firmen seit der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise eine annualisierte Jahresrendite von 25%.

Skandinaviens größte Bank untersuchte fast 11.000 gelistete Unternehmen weltweit und kam zum Schluss, dass weibliche CEOs einen deutlichen Mehrertrag für Aktionäre erbringen. Die Resultate seien solide, meint Robert Naess, Manager von 42 Milliarden US-Dollar in Aktien bei Nordea Bank AB. Naess war für das Studiendesign verantwortlich.

Die Nordea-Analyse zeigt, dass per Ende letzten Jahres Unternehmen, die von Frauen entweder als CEO oder als Verwaltungsratsvorsitzende (Head of the Board of Directors) geführt werden, den Benchmark-Index deutlich schlagen. Frauengeführte Firmen konnten seit 2009 eine Jahresrendite von 25% erzielen, während der MSCI World nur eine Rendite von 11%, basierend auf einem Gleichgewichtungsansatz, erwirtschaftete. Auf diese Art und Weise könne man bessere Renditen erzielen, meint Naess. Dieser Effekt könne seiner Meinung nach von dauerhafter Natur sein.

Warum sind Frauen die besseren Unternehmenslenker?
Zu diesem Thema ist die Studie weniger klar. Naess meint, Frauen tendierten womöglich zu konservativeren Erwartungen und Ankündigungen, sodass mehr Raum für positive Überraschungen bleibe.

Auch der Umstand, dass es wohl nur die Besten der Besten unter den Frauen in solche Positionen schaffen würden, führe zu einer besseren Auswahl als bei männlichen CEOs. Naess versichert gegenüber Bloomberg, dass jene Fonds, für die er verantwortlich zeichne, die Logik der Studie auch widerspiegelten. Der Nordea Global Stable Equity Fund, der 14% Rendite pro Jahr über die letzten 5 Jahre erzielte, besitze ein leichtes Übergewicht an frauengeführten Unternehmen, so Naess weiter. Wenn man Unternehmen analysiere, sei ein weiblicher Boss ein positiver Faktor in der Gesamtanalyse.


Über den Autor:
Dr. Kurt Becker ist Chefredakteur des Fach-Magazins Institutional Money.

Foto: Institutional Money