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„Weibliche Eigenschaften können positiv zu den Ergebnissen im Fondsmanagement beitragen“

Die Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments hat sich das Thema Gender Diversity in der Asset-Management-Branche bereits seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben. Sie wird demnächst eine Studie veröffentlichen, die sie gemeinsam mit dem Londoner Think Tank New Financial durchgeführt hat. Darin werden Asset Management-Häuser in ein Ranking bezüglich ihrer Frauenquote in den Führungsetagen gebracht; wir werden darüber berichten, sobald die Studie veröffentlicht ist.

Columbia Threadneedle zufolge verfolgt die Finanzbranche seit einigen Jahren den Ansatz, Teams vielseitiger aufzustellen und dabei auch dem Anteil von Frauen mehr Gewicht zu verleihen. „Im Asset Management tragen diese Bemühungen bislang jedoch nur wenige Früchte“, bedauert Florian Uleer, Country Head Deutschland bei Columbia Threadneedle (Foto). Er verweist auf Zahlen des Fondsanalysehauses Citywire: Demnach werden weltweit nur sieben Prozent der Fonds von Frauen gemanagt, volumengewichtet sogar nur vier Prozent. Auch unter Einbeziehung von Fonds, an deren Management mindestens eine Frau beteiligt ist, fällt diese Zahl mit 14 Prozent gering aus. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Fondsmanager-Studie 2016 der Fondsfrauen. Von den 1.011 namentlich bekannten Fondsmanagern für deutsche Fonds waren nur 67 (6,6 %) weiblich.

Frauen sind weniger anfällig für das Eingehen übertriebener Risiken
„Bedenklich ist dies nicht nur bezüglich einer angestrebten Chancengleichheit, die Branche lässt sich damit auch viele Talente entgehen“, sagt Uleer. „Weibliche Fondsmanager sind nicht nur ebenso fähig wie ihre männlichen Kollegen, sondern können darüber hinaus auch komplett andere, wertvolle Kompetenzen in Teams mit einbringen.“ So zeigten wissenschaftliche Untersuchungen aus der Hirnforschung, dass weibliche Eigenschaften positiv zu den Ergebnissen im Fondsmanagement beitragen können und auch zu weniger performanceschädigendem Anlageverhalten neigen. „Zum Beispiel sind Frauen weniger anfällig für das Eingehen übertriebener Risiken in steigenden Märkten. Fallen die Märkte ab, neigen Frauen auch weniger zu stressbasierten risikoaversen Anlageentscheidungen“, sagt Uleer. Zudem lägen Frauen Untersuchungen zufolge vorn, wenn es darum geht, situationsbezogen und in größeren Zusammenhängen zu denken. „All dies ist im Fondsmanagement gefragt und überaus hilfreich für die Übersetzung geopolitischer und makroökonomischer Entwicklungen in konkrete Portfolioallokationen“, sagt Uleer.

Quotenziele sind Columbia Threadneedle zufolge wichtige Statements, um mehr Frauen ins Fondsmanagement zu bringen. „Sie lassen sich jedoch nur umsetzen, wenn sie von kulturellen und Verhaltensänderungen in den Unternehmen begleitet werden“, sagt Uleer. „In dieser Hinsicht sind Mitarbeitertrainings, entsprechende Bewerbungsprozesse und flexible Arbeitsmodelle entscheidend. Speziell auf Frauen ausgerichtete Networking-Programme könnten zudem das Vorurteil schwächen, es handele sich beim Asset Management um ein Old-Boys-Network.“

Columbia Threadneedle zufolge ist es Aufgabe der Branche, einen entsprechenden Wandel in den Unternehmen zu vollziehen. „Zudem sollten Asset Manager ihre zahlreichen Vorzüge noch aktiver kommunizieren, um vermehrt weibliche Talente für sich zu begeistern“, sagt Uleer.

Foto: Columbia Threadneedle Investments

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