Aktuelles Allgemein Fokus: Fondsmanagerin

Von wegen Birkenstock und Poncho!

Gut 30 Frauen aus dem Bereich Research, Analyse und Portfoliomanagement fanden sich am 20. Februar zum Power-Lunch in Frankfurter Opern-Turm ein.

Als Gastgeber sprach Jan Willem Plantagie, Head of EMEA Developed Markets von S&P Credit Market Services die einleitenden Worte.

Neben dem anregenden Austausch unter den Frauen stand das Gespräch mit Edda Schröder, Geschäftsführerin und Portfoliomanagerin von Invest in Visions im Vordergrund, das Fondsfrau Anne Connelly führte.

Als frisch gebackene Bankkauffrau wollte Edda Schröder eigentlich in die Entwicklungshilfe gehen, landete dann aber bei der damaligen Fondsgesellschaft Flemings und anschließend bei Schroders im Vertrieb und Management. 2006 wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit und legte mit Invest in Visions einen der ersten Mikrofinanzfonds in Deutschland auf, der heute ein Volumen von knapp 400 Millionen Euro aufweist. Inspiriert dazu wurde sie durch Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank, der für sein Konzept der Mikrokredite mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde.

„Ich hatte keine Lust, den 349. European Equity-Fonds aufzulegen und zu promoten und wollte einfach etwas anderes, etwas Sinnvolles, tun“, erklärt Schröder. „Vielleicht reflektieren wir Frauen in unserer beruflichen Karriere etwas mehr, was wir machen und fragen nach dem Sinn hinter dem Job.“

Dann erzählt sie, wie schwierig es war, das Seed Capital für ihren neuen Fonds zu besorgen, und dass vieles dabei auch glückliche Zufalls-Fügungen waren. „Teilweise habe ich Kapital aus Ecken erhalten, wo ich es gar nicht erwartet hatte und nicht von denen, bei denen ich mir etwas versprochen hatte“, erzählt die Gründerin. „Die Leute haben mich gekannt und mir vertraut.“ Das war besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass der Fonds mit Mikro-Darlehen einen Anlageschwerpunkt hatte, den es bis dahin so gut wie gar nicht gab. Schröder hat den Fonds mit einem Startkapital von 1,5 Mio. Euro aufgelegt, was in der heutigen Fonds-Welt kaum mehr vorstellbar ist. Wichtig sei es, mit wem man Partnerschaften eingehe – sowohl im privaten wie auch im geschäftlichen Bereich.

Als besondere Herausforderung sieht die Gründerin nicht etwa die Reisen in die Schwellenländer, in denen sie Mikrofinanz-Institute ausfindig macht und deren Projekte sie besucht, sondern die Compliance-Anforderungen für AIFM. Beispielsweise hätte sie die Investitionen der freien Mitarbeiter der von ihr beauftragten IT-Firma prüfen sollen. „Wir haben nur 8-9 Mitarbeiter. Ohne die Auslagerung bestimmter Compliance- oder sonstiger Aufgaben wäre das gar nicht zu schaffen“, so Schröder.

Bei leckerem Fingerfood blieb im Anschluss an die Diskussion noch Zeit zum Austausch und zum Netzwerken.

Die Fondsfrauen bedanken sich bei S&P Global für die Gastfreundschaft und bei Edda Schröder für die offene Diskussion!

Fotos: Anke Dembowski + Manuela Fröhlich