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Neuer Höchststand bei Krankschreibungen. Frauen haben mehr Fehltage bei psychischen Erkrankungen als Männer

Krankschreibungen von Arbeitnehmern erreichten im ersten Halbjahr 2016 eine Rekordmarke: Der Krankenstand betrug 4,4 %, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 ist er damit um 0,3 % gestiegen. Mehr als jeder dritte Berufstätige (37 %) wurde mindestens einmal krankgeschrieben. Im Schnitt dauerte eine Erkrankung 12,3 Tage – im Vorjahreszeitraum waren es 11,7 Tage. Verantwortlich für den vergleichsweise hohen Krankenstand ist vor allem der Anstieg bei den Fehltagen aufgrund von psychischen Leiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Bei diesen Diagnosen stieg die Zahl der Fehltage um jeweils 13 %.

Immer mehr Fehltage auf Grund von psychischen Erkrankungen
Auffällig viele Ausfalltage gingen auf das Konto der psychischen Erkrankungen. Ihr Anteil am Krankenstand hat sich auf 16 % erhöht (1. Halbjahr 2015: 15 %). Erstaunliches Resultat der DAK-Studie: Frauen fehlten mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen fast doppelt so häufig wie Männer. Eine Begründung hierfür wird in der Studie nicht gegeben. Die Betroffenen fielen besonders lange aus: Im Schnitt waren es 35 Tage. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer von psychischen Erkrankungen übertraf somit sogar die von Krebserkrankungen (32 Tage).

Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen sorgen für jeden 5. Fehltag
Anders sieht es aus bei Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen, die ebenfalls für besonders viele Krankheitstage sorgen. Hier sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Jeder fünfte Fehltag wurde mit dieser Krankheitsart begründet (22 %). Danach folgen Krankheiten des Atmungssystems mit 17 % Anteil am Gesamtkrankenstand. Dabei: Eine starke Erkältungswelle wie zu Beginn des vergangenen Jahres gab es 2016 nicht: Während Husten, Schnupfen und Heiserkeit im ersten Halbjahr 2015 einen Anteil von 20,4 % am Krankenstand hatten, waren es 2016 nur 17 %. Die Zahl der Ausfalltage sank um 9 %.

Der Bundesvergleich zeigt: Berufstätige in den östlichen Bundesländern waren mit einem Krankenstand von 5,5 % häufiger und länger krankgeschrieben als im Vorjahreszeitraum (2015: 5,0 %). Im Westen ist der Krankenstand mit 4,2 % deutlich niedriger. Das wirkt sich auf die Anzahl der Fehltage aus: Im Osten wurden 32 % mehr Ausfalltage dokumentiert als im Westen (Ost: 1.000 Fehltage pro 100 Versicherte/West: 758 Fehltage pro 100 Versicherte).

Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten für das erste Halbjahr 2016 ausgewertet. Die gesamte Studie lässt sich auf der Homepage der DAK-Gesundheit einsehen

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