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Gender Diversity gehört nicht länger nur zum guten Ton, sondern ist eine erfolgreiche Investitionsstrategie

So lautet das Fazit der KPMG-Studie „Women in Alternative Investments“. Knapp 800 Akteure aus der Investmentfondsbranche, darunter Fondsmanager, Dienstleister und institutionelle Investoren, wurden dafür weltweit zum Thema Chancengleichheit und Entwicklung der Frauenquote in Alternativen  Investments befragt.

Frauen sind die besseren Hedgefonds-Managerinnen
Hedgefonds-Managerinnen erzielen laut Untersuchungen höhere Renditen als Männer.

Anleger, die den Markt schlagen wollen, können demnach eine einfache Regel beherzigen: Am besten ist das eigene Vermögen in Hedgefonds aufgehoben, wenn diese von Frauen gemanagt werden. Der US-Thinktank Hedge Fund Research (HFR) gibt einen Index heraus, der die Performance der von Frauen gemanagten Hedgefonds abbildet. Dieser zeigt: Frauen haben ihre männliche Konkurrenz im Performancevergleich über ein, zwei bzw. fünf Jahre klar geschlagen.

Der Grund? Frauen schätzen Risiken anders ein als Männer. Sie investieren vorsichtiger, verfolgen ausgewogene Investmentstrategien, sind langfristig veranlagt und verarbeiten typischerweise mehr Detailinformation bei ihren Entscheidungen. Fondsmanagerinnen orientieren sich stärker an langfristigen Renditen und gehen seltener hohe Risiken ein als ihre männlichen Peers.

Ein Widerspruch: Investoren vertrauen ihr Vermögen lieber Männern an
In der KPMG-Studie „Women in Alternative Investments“ wurden Investoren gefragt, warum sie kaum bis gar nicht in von Frauen gemanagte Fonds investieren. Die Mehrzahl der Befragten gab an, dass sie gerne verstärkt in von Frauen gemanagte Hedgefonds investieren würden, aber die von Frauen gemanagten Hedgefonds seien verhältnismäßig jung und klein. Selten ziehen Investoren ihr Vermögen aus den großen Fonds ab, um in andere – kleinere – Fonds zu investieren.

Auf der anderen Seite berichten Fondsmanagerinnen in der genannten Studie, dass die Beschaffung von Finanzmitteln für sie schwieriger sei als für ihre männlichen Kollegen: ein Widerspruch!

Lösung des Dilemmas in Sicht?
Um die Visibilität der von Frauen gemanagten Fonds zu verbessern und das Interesse von Investoren zu wecken, bedarf es konkreter Maßnahmen bei allen involvierten Stakeholdern:

Investoren: Sie haben einen wesentliche Einfluss. Wenn Investoren bei ihrer Investitionsentscheidung zunehmend auf Gender Diversity und gemischte Teams im Portfoliomanagement achten, werden auch Veränderungen im Management von Investmentfonds eintreten. Laut KPMG-Studie ist ein zunehmendes Interesse an von Frauen gemanagten Fonds bei institutionellen Investoren, wie z.B. Pensionsfonds, zu erkennen.

Fondsindustrie: Mentorenprogramme zur Förderung von Frauen sowie Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch mit erfolgreichen Frauen können dazu beitragen, dass Frauen den entscheidenden nächsten Karriereschritt in Führungspositionen oder Leitungsorgane von Investmentfonds in Angriff nehmen. Auch erfolgsentscheidend ist die von Beginn an ausgewogene Besetzung des strategischen Projektteams.

Auch eine freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen für interne Zielgrößen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Zielgrößen sollten genug Raum lassen, um Führungsverantwortung so zu übertragen, dass sich Leistung und kontinuierliches Engagement im Unternehmen geschlechterunabhängig durchsetzen, um das Potenzial von Gender Diversity zu nutzen.

Ziele und Maßnahmen sollten zwischen Männern und Frauen sowohl unternehmensintern auf allen Ebenen als auch unternehmensübergreifend (z.B. im Rahmen von Netzwerken oder Workshops) offen diskutiert werden.

– Fondsmanagerinnen: Nicht zuletzt sollten natürlich auch Frauen ihren Beitrag zu Gender-Diversity leisten. Die Mehrzahl der von Frauen gemanagten Fonds planen laut KPMG-Studie „Women in Alternative Investments“ ein Wachstum ihres verwalteten Vermögens auf über 250 Millionen USD, um mehr in den Fokus der Investoren zu rücken. Fondsmanagerinnnen können im Unternehmen sichtbarer werden, wenn sie strukturelle und kulturelle Hürden überwinden – auch in ihren eigenen Köpfen –, die sich bietenden Gelegenheiten auch wirklich nutzen und dabei selbstbewusst für ihr Können in der von Männern dominierten alternativen Fondsindustrie einstehen. Nur Mut!

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r_Steffi SchenkewitzÜber die Autorin:
Steffi Schenkewitz arbeitet bei KPMG Luxemburg und ist dort Senior Manager.