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Gelungenes Powerlunch der Fondsfrauen mit Portfoliomanagerinnen

Eine gewisse Power war schon zu spüren, als gut 40 Portfoliomanagerinnen und Damen aus dem Fonds-Research zum ersten Powerlunch der Fondsfrauen am 6. Juli zusammenkamen. Mit Blick auf die Frankfurter City aus dem 35. Stockwerk des Opernturms waren die Damen zu Gast bei S&P Global Market Intelligence, wo sie sich herzlich für die Gastfreundschaft bedanken.

Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer des Frankfurter S&P-Büros, Martin Richter, stellten die Fondsfrauen Anne Connelly und Anke Dembowski zwei Studien vor, durch welche der Status Quo von Frauen in der deutschen Fondslandschaft beschrieben wird.

„Pink Ghettos“ in den unterstützenden Unternehmensfunktionen
In einer Untersuchung, welche die Fondsfrauen zusammen mit KPMG Deutschland durchgeführt hatten, wurden deutsche Fondsgesellschaften zu ihrer Frauenquote in den einzelnen Unternehmens-Bereichen und ihren Frauenförder-Programmen gefragt. Abgesehen von der Tatsache, dass nur etwa die Hälfte der angefragten Unternehmen (47%) überhaupt an der Umfrage teilgenommen haben, stellte sich heraus, dass von den mitmachenden Unternehmen 41% des gesamten Mitarbeiterbestandes weiblich sind.

Analysiert man die Daten näher, zeigt sich, dass der Frauenanteil in den Kernfunktionen (Portfoliomanagement, Produktentwicklung, Vertrieb, Middle Office) relativ niedrig ist, während er in den unterstützenden Unternehmensfunktionen wie Marketing, Personal und Rechnungswesen deutlich höher ist. KPMG nennt diese stärker von Frauen besetzten Bereiche „Pink Ghettos“.

Die offizielle Präsentation der Studienergebnisse von der Untersuchung, die die Fondsfrauen gemeinsam mit KPMG durchgeführt haben, findet am 11. Juli in Frankfurt statt.

Im Portfoliomanagement ungeschriebene Männerquote von über 83%
Anschließend wurde dargestellt, wie es speziell im Fondsmanagement um die Frauenquote bestellt ist. In ihrer letztjährigen Studie haben die Fondsfrauen aus Morningstar-Daten ermittelt, dass von den knapp 7.000 Fonds, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind, 7,0% des Gesamtvolumens von einem rein weiblichen Management-Team, 9,8% von einem gemischtgeschlechtlichen Team, und 83,2% von einem rein männlichen Management-Team verwaltet werden.

Betrachtet man die 10.250 namentlich bekannten Manager dieser Fonds Einzelnen, sind 9,26% davon weiblich und 90,74% männlich. Bei den 661 betrachteten Fonds mit Domizilland Deutschland ist die Frauenquote unter den Managern mit 6,6% sogar noch niedriger. Dabei konnte anhand der relativen Kennzahl der Morningstar-Sterne kein Unterschied in der Performance zwischen männlichen und weiblichen Fondsmanagern festgestellt werden, wohl aber in der Ergebnis-Streuung: Die Fonds, die von rein männlichen Teams gemanagt werden, weisen beim Ergebnis mehr Ausreißer – sowohl nach oben als auch nach unten – auf als ihre weiblichen Peers.

Um die Portfoliomanagerinnen und ihre Leistung sichtbar zu machen, erwähnten die Fondsfrauen namentlich diejenigen Portfoliomanagerinnen, die in Deutschland die volumenmäßig gewichtigsten Fonds verwalten – einige davon waren auch beim Powerlunch anwesend.

Karriere-Talk mit Anja Mikus
Anschließend sprach Anne Connelly mit Anja Mikus darüber, wie sie ihre Karriere als Portfoliomanagerin erlebt hat. Anja Mikus ist Fondsmanagerin und CIO bei der Boutique Arabesque Asset Management. Am Beruf der Fondsmanagerin reizt sie das Gestalterische, wenn sie die Depotzusammensetzung bestimmen kann. „Das Gute beim Fondsmanagement für uns Frauen ist, dass es eine sehr zahlenorientierte Branche ist und die Performancezahlen exakt nachvollziehbar sind, unabhängig von Gender oder Themen“, meint Mikus.

Im Anschluss konnten sich die Damen bei Fingerfood, Getränken und dem herrlichen Blick über die Frankfurter City noch kennenlernen und austauschen.

Das Format des firmen-übergreifende Lunch-Meetings von 12 – 14 Uhr kam bei den Teilnehmerinnen gut an, und die Fondsfrauen wollen künftig mehr solcher Powerlunches für homogene Zielgruppen organisieren.

 

Fotos: Anke Dembowski + Manuela Fröhlich