Buchtipps

Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann

Buchcover FotoAutorin: Maja Storch
Goldmann-Verlag, ISBN 978-3-442-15663-4
D: 7,99 €, A: 8,30 €
Paperback, 186 Seiten

Interessantes Psycho-Buch für starke Frauen. Das ist bei der Autorin auch kein Wunder: Maja Storch ist promovierte Psychologin, Psychoanalytikerin und Inhaberin des Instituts für Selbstmanagement und Motivation Zürich (ISMZ), einem Spin-Off der Uni Zürich.

Sie beschreibt ein Dilemma, in dem sich womöglich auch die eine oder andere Fondsfrau befindet: Das von ihr so bezeichnete „romantische Dilemma der starken Frau“. Als starke Frau, der das Buch gewidmet ist, sieht Storch nicht etwa Emanzen oder männerfressende Ungeheuer, sondern Frauen, die neugierig sind herauszufinden, was das Leben für sie bereithält, die ihren Standpunkt vertreten können und die wissen, wie sie ihre Interessen durchsetzen. Frauen, die ihr eigenes Geld verdienen können, die eine entwickelte Persönlichkeit haben und die darum ihrem Leben eine persönliche Note verleihen.

Und genau solche starken Frauen verlieben sich unglücklicher Weise nicht immer in den netten Mann, der es gut mit ihnen meint, der sie verwöhnt und sich bemüht, sich auch an der Hausarbeit zu beteiligen, sondern ausgerechnet in solche Männer, die ihnen nicht gut tun: Die Machos, die streunenden Wölfe, die, die sie warten lassen.

Maja Storchs Buch hat nichts von der beschwerlichen Betulichkeit mancher Psycho-Bücher. Sachlich und anschaulich bringt sie uns die zum Verständnis notwendigen Begriffe der Jung’schen Psychoanalytik bei: Männlicher und weiblicher Archetyp, Animus, das Unbewusste, Schatten, Projektion. Damit gelingt es ihr, verständlich und sprachlich angenehm, wie es zu dem Dilemma kommt. Storch gibt ihren Leserinnen Strategien an die Hand, um befriedigender mit sich selbst, den Männern und ihrer großen Fähigkeit zu lieben umzugehen.

Als Bettlektüre ist das Buch vielleicht nicht geeignet. Zumindest mir wäre es zu unromantisch, und ich könnte mir spät abends womöglich nicht mehr die zahlreichen Psycho-Begriffe merken. Aber auf einer Zugfahrt von München nach Frankfurt habe ich das Buch in einem durchgelesen und genossen.

Es kann sicher helfen, uns selbst und die scheinbar widersprüchlichen Vorlieben für Männer besser zu verstehen. Es macht Mut, neue Beziehungsmuster zu probieren, und damit hoffentlich ein geglücktes Liebesleben zu genießen und langfristig zu erhalten.

Fazit: Lesenswert, wenn man Psycho-Literatur mag, sonst eher nicht.


Anke DembowskiÜber die Autorin dieser Rezension:

Anke Dembowski
ist geschäftsführende Gesellschafterin und Gründungsmitglied der Fondsfrauen. Außerdem arbeitet sie als Finanzjournalistin, u.a.  für Fonds Professionell und Institutional Money.

(Foto: Daniela Prusina)