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Kommentar: Dann schafft das Kleingeld doch ab!

Da haben wir’s: Kleinvieh macht auch Mist! Daß diese lästigen Ein- und Zwei-Cent-Münzen, die einem das Portemonnaie dick machen, in Summe so viel Wert sein können! Laut Informationen der „Saarbrücker Zeitung“ haben die Deutschen in ihren Schubladen mehr als 15 Milliarden der kleinen Geldstücke herumliegen – im Gesamtwert von gut 220 Millionen Euro.

Grundlage dieser Zahlenangaben ist die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion. Demzufolge sind in Deutschland rund 11,2 Milliarden Ein-Cent-Münzen ausgegeben worden – davon werden offenbar 80 % gehortet oder sind verloren gegangen. Ein ähnliches Schicksal erleiden 75 % der 8,6 Milliarden ausgegebenen Zwei-Cent-Stücke.

Brautschuhe im Wert von 220 Millionen Euro?
Ja um Himmels Willen, was machen die Leute nur mit den ganzen Kupfermünzen? Früher sammelten Mädchen gern 1-Pfennig-Stücke, um damit später ihr Brautkleid zu bezahlen – das sollte Glück bringen. Ob das mit 1-Cent-Stücken auch funktioniert? Aber ob der Bedarf an Brautschuhen in der Bundesrepublik den Wert von 220 Millionen Euro erreicht? Vielleicht misten die Leute nur ab und zu ihr Portemonnaie aus, und die kleinen Münzen landen achtlos in einem Schuhkarton, wer weiß das schon?

In den Niederlanden, Belgien, Irland und Finnland haben die Geschäftsleute vor einigen Jahren beschlossen, keine Ein- und Zwei-Cent Münzen mehr zu nutzen und entsprechend die Kassensumme zu runden, und die Geschäftsleute der Stadt Kleve haben eine ähnliche Aktion gestartet. Auch im restlichen Deutschland wird immer mal wieder über die Abschaffung der kleinen Münzen debattiert. Die Grünen führen dafür handfeste Umweltschutzgründe an: allein die Herstellung der Münzen sei eine große Verschwendung an Metallen und Energie, erklärte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer der „Saarbrücker Zeitung“.

Mal ehrlich: Mir würde nichts fehlen, wenn die unsinnigen 1,99-Euro-Preise wegfallen würden – dann lieber ehrliche 2 Euro!


Diesen Kommentar verfasste Anke Dembowski. Sie ist Finanzjournalistin und schreibt insbesondere für die Magazine „Fonds Professionell“ und „Institutional Money“. Daneben ist sie Dozentin für den Bereich Investmentfonds, und geschäftsführende Gesellschafterin der Fondsfrauen.