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Working Moms, das Netzwerk für berufstätige Mütter – Interview mit Ina Steidl

Die Fondsfrauen wollen gern weitere Frauen-Netzwerke mit ihren Zielsetzungen und Aktivitäten vorstellen. Heute geht es um das 2007 in Frankfurt gegründete Netzwerk für berufstätige Mütter, „Working Moms“. Fondsfrau Anke Dembowski spricht mit Ina Steidl, der Vorsitzenden von Working Moms.

Fondsfrauen: Was sind die übergeordneten Zielsetzungen von „Working Moms“?
Ina Steidl: Wir wollen engagiert berufstätigen Müttern ein Forum bieten, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Zudem wollen wir werdende Mütter zum Weiterarbeiten und erfolgreiche Frauen zur Familiengründung ermutigen. Denn leider ist es in Deutschland immer noch so, dass obwohl sich die Mehrheit der jungen Frauen eine Familie und einen erfüllenden Beruf wünscht, zahlreiche berufstätige Frauen kinderlos bleiben, gerade Akademikerinnen. Und von denen, die Kinder bekommen, verzichten viele auf eine berufliche Weiterentwicklung. Wir wollen zeigen, dass beides nicht nur erstrebenswert, sondern machbar ist. Wie das gehen kann, haben zum Beispiel gerade 40 Working Moms in einem Buch erläutert.

FF: An wen wendet sich das Netzwerk, wer ist die Zielgruppe?
Steidl: Im Netzwerk sind berufstätige Mütter vereint, die mit Spaß und Einsatz ihrem Beruf nachgehen. Viele der Working Moms tragen Führungsverantwortung – entweder als Angestellte oder Selbstständige. Die Zielgruppen unseres Vereins sind aber natürlich vielfältiger. Die Vereinsmitglieder bieten zum Beispiel Veranstaltungen für Schülerinnen und junge Frauen an, die vor der Entscheidung über Ausbildung und Berufswahl stehen, ebenso wie für Frauen, die bereits im Beruf stehen und sich mit Fragen der Familiengründung oder des Wiedereinstiegs befassen. Und letztlich wendet sich das Netzwerk natürlich an alle, die durch ihr Tun und ihre Entscheidungen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.

FF: Wer sind die Gründerinnen, und wann wurde „Working Moms“ gegründet?
Steidl: Gegründet wurden die Working Moms von Dr. Anke Nestler und Dr. Phoebe Kebbel 2007 in Frankfurt am Main. Anke Nestler ist mit ihrem Unternehmen VALNES selbständige Expertin im Bereich der Unternehmensbewertungen und Mutter von zwei Kindern. Phoebe Kebbel ist Kommunikationsexpertin und Partnerin einer Unternehmensberatung und hat ebenfalls zwei Kinder.

FF: Gab es einen speziellen Anlass, dass das Netzwerk „Working Moms“ ins Leben gerufen wurde?
Steidl: Auslöser war die Frage einer schwangeren Bankerin an Phoebe Kebbel, deren Kinder damals noch klein waren. Sie wollte wissen, wie sie eine liebevolle Betreuung finde, wie sie ihre Arbeitszeit besser planen und trotzdem beruflich erfolgreich sein könne. Sie kannte in ihrem ganzen Umfeld sonst keine einzige Frau, die nach der Geburt ihrer Kinder relativ rasch wieder angefangen hatte, Vollzeit oder quasi-Vollzeit zu arbeiten. Das gab den Anstoß, sich mit einem Dutzend Gleichgesinnten zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Dass daraus ein bundesweites Netzwerk entstehen würde, hatte damals niemand im Sinn.

FF: Was sind die Aktivitäten, die Angebote für die Mitglieder?
Steidl: Das Angebot für die Mitglieder ist vielfältig. So gibt es neben den regelmäßigen Clubabenden an den diversen Standorten, bei denen für die Working Moms relevante Themen diskutiert werden, viele unterschiedliche Veranstaltungen, die eine Vernetzung der Mitglieder ermöglichen und bei denen auch die Familie und der Spaß nicht zu kurz kommen. Mitglieder profitieren darüber hinaus von der Möglichkeit, an einem bundesweiten Mentoring-Programm teilnehmen zu können.

FF: Ist es so, dass sobald die Kinder einigermaßen „groß“ sind, die Frau ihre Mitgliedschaft bei „Working Moms“ kündigt?
Steidl: Wenn die Kinder größer werden, wird die Betreuung vielleicht weniger wichtig, dafür kommen mit dem Eintritt in weiterführende Schulen und Pubertät aber plötzlich ganz neue Fragen auf Aufgaben auf einen zu. Die Herausforderungen für Working Moms werden insofern nicht weniger, sondern sie verändern sich. Gleiches gilt unter Umständen auch für die eigene berufliche Entwicklung. Oder auch für die private Lebenssituation. Die Working Moms können in all diesen Phasen eine wertvolle Unterstützung darstellen.

FF: Wie viele Mitglieder hat das Netzwerk?
Steidl: Inzwischen engagieren sich rund 400 Working Moms an den Standorten Frankfurt am Main, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart und der Region Rhein-Neckar.

FF: Können Sie ein paar Mitglieder nennen, die man auch bei den Fondsfrauen / in der Fonds-Branche kennt?
Steidl: Im Bereich Wirtschaft und Finanzen zählen zum Beispiel Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG sowie Dr. Nicola Fuchs-Schündeln, Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Frankfurter Goethe-Universität zum Kreis der Working Moms. Auch der Bereich Asset Management ist vertreten, zum Beispiel durch Britta Weidenbach, verantwortlich für den Bereich Europäische Aktien bei der Deutsche Asset Management.

FF: Britta Weidenbach kennen wir natürlich! Wieviel kostet eine Mitgliedschaft bei den Working Moms?
Steidl.: Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt derzeit 100 Euro, in Frankfurt aktuell 150 Euro. Working Moms e.V. ist als gemeinnützig anerkannt.

FF: Wie kann eine Interessentin am besten mit „Working Moms“ in Kontakt treten?
Steidl: Üblicherweise erfolgt eine Aufnahme auf Empfehlung einer Working Mom. Bei Interesse oder Fragen zur Mitgliedschaft sollten sich Interessentinnen an den jeweiligen Vorstand des Vereins in ihrer Nähe wenden. Die Kontaktangaben sind zu finden auf der Website www.workingmoms.de.

FF: Vielen Dank für das Interview, Frau Steidl!

Hier geht es zu ist das Buch, das die Working Moms kürzlich herausgegeben haben. Es wird demnächst bei uns rezensiert:

http://www.fazbuch.de/buecher/sachbuecher/mut-zu-kindern-und-karriere