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Arbeitsmarkt benachteiligt immer noch Frauen

Wenn es um den Zugang zu Arbeit geht, gibt es zwischen den Geschlechtern immer noch erhebliche Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht, der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) veröffentlicht wurde.

Während weltweit nicht einmal jede zweite Frau (49,4 %) arbeitet, sind im Gegensatz dazu drei Viertel der Männer (76,1 %) erwerbstätig. Dennoch ist erkennbar, dass sich in einigen Ländern der sogenannte Gender Gap verringern wird. Jedoch liegt dies laut ILO nicht daran, dass Frauen einen besseren Zugang zu Arbeit bekommen. Vielmehr werde die Erwerbsquote der Männer stärker abnehmen.

Vor allem in Schwellenländern sind Frauen besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Gender Gap bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen macht hier gegenüber den Männern immerhin 30,6 Prozentpunkte aus. Im Vergleich dazu beträgt die Geschlechterlücke bei der Erwerbsbeteiligung in Industrieländern 16,1 und in Entwicklungsländern lediglich 12,3 Prozentpunkte.

In den arabischen Staaten, in Nordafrika und in Südasien erreicht der Gender Gap mehr als 50 Prozentpunkte. In diesen Regionen arbeiten weniger als 30% der Frauen. Bis 2021 dürfte die Geschlechterlücke in lediglich sechs Regionen kleiner werden, so die Annahme der Internationalen Arbeitsorganisation.

Für 2017 schätzt die ILO die Erwerbsquote der Frauen in Deutschland auf 54,5 %. Damit liegt sie fast zwölf Prozentpunkte unter der Erwerbsquote der Männer, die rund 66 % betragen wird. Global gesehen liegt die Differenz zwischen weiblicher und männlicher Erwerbsquote bei 26,7 Prozentpunkten.

Die Arbeitslosenquote weltweit von Frauen wird in diesem Jahr nach der Berechnungsmethodik der ILO bei 6,2 % liegen und damit 0,7 Prozentpunkte höher sein als die der Männer (5,5 %). Für das Jahr 2018 erwartet die ILO, dass beide Arbeitslosenquoten relativ unverändert bleiben und somit auf dem heutigen Niveau verharren. Auf der Grundlage aktueller Entwicklungen ist mit einer vorzeitigen Verbesserung der Arbeitslosenquote vor 2021 nicht zu rechnen.


Über die Autorin:
Linda Standhardt arbeitet in der Online-Redaktion beim Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA). Neben dem Schreiben von redaktionellen Beiträgen betreut sie dort auch die Social Media-Kanäle. www.dia-vorsorge.de.